Autor Thema: PKV oder GKV  (Gelesen 2638 mal)

Offline freiberufler

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PKV oder GKV
« am: 11.10.2010, 15:43:33 »
Hallöchen liebes Forum,

Gefällt mir richtig gut hier. Denke, dass es ein Super Forum für Selbstständige wird.
Ich hab eine Frage bezüglich meiner Selbstständigkeit. Ich habe schon mehrere Vergleichsrechner getestet und mich auf vielen Seiten wie krankenversicherung.net zum Thema PKV informiert, allerdings berücksichtigen all diese Seiten keineswegs Faktoren wie Kinder, Frau etc.

Ich bin der Hauptverdiener in unserer Familie. Habe vor Im Sommer nächsten Jahres zu heiraten, und unser 2. Sohn sollte dann auch zur Welt kommen. Loht sich ein wechsel zur PKV trotzdem? Oder ist es dann doch klüger in der GKV zu bleiben?

Wie sind so eure Erfahrungen?

lg
« Letzte Änderung: 13.10.2010, 21:09:05 von Peer Wandiger »

Offline Texterela

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #1 am: 11.10.2010, 16:51:48 »
Tun wir mal so als ginge es hier nicht ums Link setzen:

In der GKV wären deine Frau und Kinder (sofern nicht selbst berufstätig) grundsätzlich mitversichert. In der PKV musst du für jedes Familienmitglied eigene Beiträge zahlen. Auch für ein zwei Jahre altes Kind oder so. Die Höhe deiner Beiträge hängt unter anderem von deiner Krankheitsgeschichte ab (Krebs in der Familie?), deinem Beruf (Risiko?) und einigen anderen Faktoren. Unter Umständen hast du auch noch einen Selbstbehalt, was bedeutet, dass du alle Arztrechnungen bis zu einem gewissen Punkt selber zahlen musst. Im Gegenzug bekommst du einiges an hübschen Leistungen.

Die PKV ist sicher keine schlechte Sache, aber man muss mehr Geld haben, als nur die Beitragskosten. Selbst ohne Selbstbehalt müssen die Rechnungen ja oft erstmal selbst bezahlt werden und das kann man nicht immer aus der Portokasse zahlen. Die GKV hat da ein übersichtlicheres Kostenkonzept und das Nötigste ist drin. Zusätzliche Versicherungen, vor allem für die Zähne, wären hier aber empfehlenswert.
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Offline freiberufler

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #2 am: 12.10.2010, 08:16:00 »
Hallo Texterela,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Also spricht für die PKV eigentlich wie angenommen die besser abgedeckten Leistungen wie Chefarztbehandlung etc. und für die GKV der Punkt, dass Frau und Kind mitversichert sind, zumindest in meinem Fall.

Ich habe auch etwas darüber gelesen, dass die Beiträge für Heilpraktiker von der PKV eher übernommen werden, als von der GKV stimmt das? Meine Frau geht nämlich recht häufig zum Heilpraktiker und das wäre dann ja wieder ein Punkt, der für die PKV spricht.

Offline Texterela

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #3 am: 12.10.2010, 08:44:53 »
Das kann man sehen, wie man will. So weit ich weiß, wird auch bei der PKV ein Zusatzbeitrag für Heilpraktikerbehandlungen erhoben, bzw. der Mitgliedsbeitrag steigt eben. Je mehr man haben will, desto mehr kostet es auch. Deshalb gibt es die PKV ja schon ab 50 Euro im Monat. Da sind dann eben nur keine Leistungen drin und man hat vermutlich einen ziemlich hohen Selbstbehalt. Deshalb in meinen Augen eher dann empfehlenswert, wenn man auch wirklich genug Geld für Beiträge und Vorstreckung der Arztkosten hat. Es ist ja jetzt auch nicht so, dass man als Kassenpatient nicht auch mal den Chefarzt oder Heilpraktiker zu Gesicht bekäme. Die Anforderungen sind nur höher. Ich bin zum Beispiel gesetzlich versichert und habe mit knapp 30 trotzdem noch eine Zahnspange bekommen - obwohl das in 99% der Fälle bei Erwachsenen ausgeschlossen ist.
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Offline freiberufler

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #4 am: 12.10.2010, 12:14:17 »
Okay. Ich sehe schon das ist ein ziemlich kompliziertes Thema. Das Problem ist immer sich darüber neutral beraten zu lassen. Die Makler sind nur auf ihre Provision aus, die Vergleichsrechner leben auch von verkauften Leads und an wirklcih guten Informationsquellen mangelt es eindeutig. Aber danke dir für deine Zeit du hast mir schonmal etwas weitergeholfen :)

lg

Offline Texterela

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #5 am: 12.10.2010, 12:38:49 »
Ich glaube eine richtige Entscheidung kann man nur durch intensives Vergleichen treffen.

Was muss eine Versicherung mir bieten, auf was kann ich verzichten?
Was kann ich mir leisten?
Habe ich Vorerkrankungen oder andere Leiden, die später evtl behandelt werden müssen und nicht zum Standard gehören (Kieferorthopädie bei Erwachsenen, Heilpraktiker, Vorgeschichte mit Krebserkrankungen in der Familie, etc.)
Muss ich Frau und Kinder mitversichern?
Was für Zusatzleistungen will ich haben?

Das ist eben bei jedem individuell, deshalb kann man nicht grundsätzlich sagen PKV oder KK ist besser.
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Offline freiberufler

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #6 am: 12.10.2010, 13:58:46 »
Ja das klingt logisch.  :)

ich denke genau an diesen Fragen werde ich mich entlang hangeln und es wird wohl eher in die Richtung KK laufen. :o

Vielen lieben Dank 8)

Offline Peer Wandiger

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #7 am: 13.10.2010, 21:13:40 »
Ja, da gibt es keine eindeutigen Antworten. PKV und GKV haben Vor- und Nachteile.

Da die PKV sich aber ihre Mitglieder aussuchen und ggf. auch ablehnen kann (außer im neuen Basis-Tarif) verursachen die PKV-Mitglieder einfach weniger Kosten.

Auch durch den Selbstbehalt überlegt man es sich eben dreimal, ob man zum Arzt geht.

Von daher bekommt man in der Regel für die selben Beiträge mehr Leistungen bei der PKV.

Aber die Sache mit der Krankenversicherung der Kinder und die Tatsache, dass man dann nicht mehr einfach in die GKV zurück wechseln kann, sollte man bedenken. Vielleicht man beim Verbraucherschutz vorsprechen. Die sollten eigentlich unabhängig sein.

Offline Andreas von Studnitz

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #8 am: 14.01.2011, 15:23:33 »
Ich bin momentan sehr froh, in der GKV zu sein. Ich habe drei Kinder, die alle kostenlos mitversichert sind. Bei der Geburt des dritten war meine Frau für 1 1/2 Monate im Krankenhaus (bis morgen). Die GKV bezahlt für die Zeit eine Haushaltshilfe, die sich um die Kinder kümmert - die PKV nicht. Bei einem Stundenlohn von 15 Euro, 40 Stunden pro Woche, macht es keinen Spaß, die selbst zu finanzieren - ohne hätte ich nicht sinnvoll weiter arbeiten können.
Ich habe in letzter Zeit öfter gelesen (auch in renommierten Medien, wie Finanztest (es gibt jetzt ein neues Sonderheft "Selbstständigkeit") und Stern) und gehört, dass es immer weniger Gründe für die PKV gibt - außer, man ist jung, männlich, und weiß sicher, dass man nie Kinder haben wird. Die Beiträge können im Alter auch ordentlich ansteigen, während es bei der GKV immer abhängig vom Einkommen ist. Mein Vater, der in der PKV ist, flucht im Moment ziemlich über die hohen Kosten...
Mir persönlich reichen die Leistungen der GKV auch vollkommen aus.

Gruß,
Andreas

Offline Texterela

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #9 am: 14.01.2011, 17:03:58 »
Hinzu kommt das Problem, dass man bei schwerer Erkrankung (angeblich?) auch aus der PKV rausfliegen kann. Und in meiner Familie ist Krebs quasi vorprogrammiert. Ausgerechnet dann im Regen stehen gelassen zu werden ist eine Erfahrung, auf die ich lieber verzichten möchte.
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Offline RHW

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #10 am: 14.01.2011, 17:51:21 »
Hallo,

die Entscheidung GKV oder PKV ist nicht einfach. Für Selbständige ist aber meist eine lebenslange Entscheidung. Daher sollte man alle wesentlichen Änderungen mit in die Überlegung einbeziehen:

- Nachwuchs (mit Behinderung?), nicht berufstätiger Ehegatte, Elternzeit, Scheidung, Todesfall

- Wirtschaftskrise, Insolvenz, Altersrente, Frührente

Bei den Leistungen sollte man besonders auf folgende Punkte achten:
- Reha/Kuren (auch Mutter-Kind-Kuren)
- Psychotherapie
- Hilfsmittel:
http://db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS
- Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe)
- Haushaltshilfe

Wichtig ist es, alle Erkrankungen und Beschwerden , die im Antrag evtl. gemeint sein können, vollständig anzugeben, sonst riskiert man ggf. den Versicherungsschutz. Bei häufigen Besuchen beim Heilpraktiker kommt es u.U. zu  Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen.

Entscheidend kann auch sein, dass die PKV nur notwendige Leistungen erstattet. Die Prüfung erfolgt aber meist erst, wenn man die Rechnung bereits erhalten hat (und der Leistungserbringer schon einen Vergütungsanspruch erworben hat).

Grundlage:

Zitat
(2) Übersteigt eine Heilbehandlung oder sonstige Maßnahme,
für die Leistungen vereinbart sind, das medizinisch notwendige
Maß, so kann der Versicherer seine Leistungen auf einen angemessenen
Betrag herabsetzen. Stehen die Aufwendungen für die
Heilbehandlung oder sonstigen Leistungen in einem auffälligen
Missverhältnis zu den erbrachten Leistungen, ist der Versicherer
insoweit nicht zur Leistung verpflichtet.
http://www.pkv.de/recht/musterbedingungen/mb_kk_2009.pdf

Vielleicht interessant:



http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privaten_aid_52165.html

http://www.bundderversicherten.de/app/download/BdV_PKV-Broschuere.pdf

Die Entscheidung ist so wichtig wie ein Hauskauf. Man sollte sich daher aus verschiedenen Quellen sehr intensiv informieren. Z.B. auch bei der gesetzlichen Krankenkasse.

Gruß

RHW
« Letzte Änderung: 14.01.2011, 17:54:27 von RHW »

Offline PHENOMENON

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #11 am: 17.01.2011, 16:54:16 »
Einen Vergleichsrechner zu benutzen ist schonmal keine schlechte Idee. Einige bieten zudem die Möglichkeit, danach in Kontakt mit einem Berater zu treten, der sich kostenlos und unverbindlich um die Details eines jeweiligen Falles kümmert.
« Letzte Änderung: 18.01.2011, 08:30:40 von Peer Wandiger »

Offline Andreas von Studnitz

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #12 am: 18.01.2011, 18:49:50 »
Einen Vergleichsrechner zu benutzen ist schonmal keine schlechte Idee. Einige bieten zudem die Möglichkeit, danach in Kontakt mit einem Berater zu treten, der sich kostenlos und unverbindlich um die Details eines jeweiligen Falles kümmert.
Kostenlos ist relativ - der dürfte eine ziemlich gute Provision für die Vermittlung erhalten. Ausprobieren kann man es, aber ich würde mich nicht blind auf die Objektivität des Beraters verlassen.

Offline Kaddy

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #13 am: 22.03.2012, 17:32:53 »
Hi,

ich stehe gerade selber vor der Entscheidung. Da ich derzeit noch nichts/wenig verdiene, erschlagen mich erstmal die Kosten. Bei der GKV ist ja ein Mindestbeitrag von ~300€ fällig. Nach oben gibts ja fast keine Grenze?! Soweit ich verstanden habe wird ~15% des Einnahmebetrages fällig. Mindestens aber 15% aus ~1980€

Jetzt habe ich von einer Freundin einen Kostenvoranschlag für eine PKV bekommen. Der Beitrag hats auch in sich. Der günstigste Beitrag den sie findet, beträgt 360€ monatlich. Klar kann man einen Teil absetzten. Bezahlen muss man es trotzdem aus der eigenen Tasche.

Es gibt ja auch PK Versicherungen für 100-150€ monatlich. Reichen diese denn nicht aus? Kann mir jemand was empfehlen?

Bei mir sieht es so aus: Bin ledig, single, keine Kinder. Selbstständigkeit im März angemeldet und aktuell noch bei der IKK. Habe gekündigt. Die haben aber noch ne Frist von 2. Monaten. Also bis Ende Mai.

Ich lege keinen Wert auf große Leistung. Ich war in den letzten Jahren kaum beim Arzt und glaube auch nicht an Ärzte. Klar, bei ner OP ists dann unvermeidbar.

Könnt ihr mir eine günstige PKV empfehlen, mit ähnlichen Leistungen wie die GKV? Ich bin mir nicht sicher ob ich mein Leben lang in Deutschland bleibe. Ich denke ich werde irgendwann auswandern. Also ist es bei mir keine lebenslange Entscheidung.


Offline neugierig

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Re: PKV oder GKV
« Antwort #14 am: 27.03.2012, 14:40:50 »
Hallo Kaddy,

Du hast bei Deinen Überlegungen leider einen Denkfehler drin.

Du brauchst keine Krankenversicherung mit wenig Leistung.
Vor der Versicherungspflicht für Selbstständige hätte ich Dir geraden den geringen Beitrag für die PKV mit wenig Leistung auch noch zu sparen, weil Du die Erkältung oder selbst den gebrochen Arm locker hättest von den gesparten Beiträgen bezahlen können und immer noch sparen würdest.
Dafür brauchst Du aber keine Krankenversicherung!

Du brauchst eine Krankenversicherung, wenn Dich die Feuerwehr nach einem Unfall aus Deinem Auto schneidet und Du nach einer oder mehreren Operationen irgendwann auf der Intensivstation aufwachst oder bei Dir z. B. Krebs diagnostiziert wird. Also wenn wir über Behandlungskosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich sprechen!

Wenn Du das alles für Dich ausschließen kannst oder Du kein Problem damit hast in diesem Fall auch noch das Insolvenzverfahren wegzustecken, weil Du die Kosten, die Du dann selbst tragen müsstest nicht bezahlen kannst, dann kann ich Dir so eine beitragsgünstige Krankenversicherung, unter Umständen auch unter 200 € im Monat, heraussuchen. Das ist kein Problem. Bitte auch nicht vergessen, dass Dir als Privatpatient Dein Arzt laut Gebührenordnung das 2,5-3 fache berechnen kann und wird, wie die gleiche Leistung bei einem GKV-Versicherten kostet!

Man muss sich einfach  darüber im klaren sein, dass es, wie überall im Leben, für wenig Geld nicht viel Leistungen geben kann. Du wirst Deine Leistungen auch nicht verschenken. Und das Argument, ich bin ja eh nicht oft krank zieht da leider nicht. Auch in der PKV sind die Beiträge als Mischkalkulation berechnet. Es werden also die Kosten innerhalb eines Tarifes von den Beiträgen aller Versicherten bezahlt.

Schon mal über eine preiswerte Alternative, auch unter 200 €, bei der GKV nachgedacht?

LG Frank
« Letzte Änderung: 27.03.2012, 14:43:30 von neugierig »
Einen Fehler machen und ihn nicht korrigieren - das erst heißt wirklich einen Fehler machen. ;-)

 


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