Ich möchte mal vorweg schicken, dass ich nicht die typische Meinung meiner Kollegen zur privaten Altersvorsorge oder zur Berufsunfähigkeitversicherung vertrete.
Ich halte eine private Rentenversicherung für legalen Betrug und habe das auch schon in der Vergangenheit genügend öffentlich geäußert und nicht unbedingt bei meinen Kollegen dafür Beifall dafür geerntet ;-)! Eine Diskussion mit den Jüngern der DVAG, einschließlich Vorstand, kann man hier nachlesen 1a-versicherungstips.blogspot.com/2010/12/was-kostet-private-altersvorsorge.html.
Jetzt zum Thema Berufsunfähigkeitversicherung.In unserer Branche bekommt man zu aller erst gelernt:
- als erstes eine Haftpflicht versicherung (finde ich richtig)
- und dann unbedingt eine BU
Ich will nicht hintreten und behaupten eine BU wäre komplett Unsinn! Aber wenn schon BU, dann bitte auch richtig.
Im BU-Fall ist man in der Regel gesundheitlich stark gehandicapt, weil man kann ja seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Das hat zur Konsequenz, dass das Leben eher teurer als preiswerter wird. Medizinische Versorgung, vielleicht Pflege oder Umbau der Wohnung um nur einiges zu nennen, was teuer werden könnte.
Deshalb macht eine BU-Versicherung nur Sinn, wenn sie wenigstens des derzeitige Einkommen ersetzt. Mehr wäre besser.In der Praxis finde ich aber oftmals eine ganz andere Situationen vor. Da werden 70-80 € vielleicht auch 100 € im Monat für eine BU und die Altersvorsorge in die Hand genommen. Vielleicht zu allem Unglück noch in einem Mischprodukt.
Man bekommt dann von jedem ein bisschen und von keinem richtig. Ich nenne das immer eine Absicherung fürs Gewissen. Wären die Betroffen davon mal schön Essen gegangen, hätten sie wahrscheinlich mehr davon gehabt.
Was kommt dabei heraus? 500-600 € BU-Rente und noch mal 50.000 € fürs Alter, wenn überhaupt?
Die 500-600 € BU-Rente werden dann aufs ALG-II angerechnet. Man bezahlt also seine Sozialleistungen zweimal. Einmal mit den Sozialversicherungsbeiträgen, soweit nicht befreiht, und dann noch mal mit seinen Beiträgen für die BU-Versicherung.
Eine vernünftige BU-Absicherung, bei der 1.500 € oder mehr im Monat heraus kommen, kann je nach Beruf und Alter schon mal 50-150 € im Monat kosten.
Dann wäre da noch die Altersvorsorge. Wer fängt schon wirklich mit 18 Jahren an und legt 100-120 € im Monat weg. Das wird im Alter noch nicht reichen, aber wäre aber schon mal ein guter Anfang.
Wenn man mit Ende 20, Anfang 30 dann schlau wird, müsste man schon 250- 300 € im Monat weglegen, damit es Sinn macht.
Bei uns im Osten für die meisten undenkbar, aussichtslos!Man kann eben nur jeden € einmal ausgeben!
Und da muss jeder für sich Prioritäten setzen.Ich habe das für mich, als eher nüchterner und rational Zahlenmensch, wie folgt gemacht:
Ich habe mir die Statistik angeschaut und die besagt: 25-30% aller Menschen werden vorübergehend oder dauerhaft berufsunfähig (nicht alle bleiben berufsunfähig) und etwas über 85 %, Tendenz steigend, erleben die Altersrente. Und dann habe ich mich gefragt, wofür willst Du vorsorgen? Was "trifft" Dich am wahrscheinlichsten?
Und danach habe ich meine BU gekündigt.Bin mal auf Eure Kommentare gespannt ;-)
So, ich folge jetzt zu meiner Freundin ins Bett. Das ist alle Mal besser als hier herumzutippen ;-)
Gute Nacht ...