Autor Thema: Problem mit einem Kunden - Mitwirkungspflicht, Liefertermin, Lieferverzug, Recht  (Gelesen 298 mal)

Offline teekayo287

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
  • Karma: 0
    • Profil anzeigen
Hallo liebe Community!

Ich denke ein Kunde versucht mich zu betrügen und ich würde gerne wissen, wie ihr die Umstände bewertet.

Folgender Fall:

Ich habe einen Vertrag geschlossen mit einem Unternehmen über die Erstellung eines Webshops.

Wir hatten einen Liefertermin ausgemacht:

Dieser Liefertermin ist laut Vertrag nur dann gültig, wenn der Kunde alle Informationen bis zu dem ausgemachten Zeitpunkt liefert.

Dies ist nicht geschehen, ich warte bis heute noch auf Informationen und Daten. Bekomme keine Zugänge FTP / Datenbanken, die für die Übergabe benötigt werden, der Kunde kam bisher nur wenig bis gar nicht seiner Mitwirkungspflicht nach.

Da vertraglich nur ein Liefertermin abgemacht war und dieser nur Gültigkeit hat, wenn der Kunde seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen wäre, gibt es rein vertraglich eigentlich keinen gültigen Liefertermin mehr, korrekt?

Phasenweise Abnahme:

Wir haben eine Phasenweise Abnahme ausgemacht.

Zunächst die Erstellung eines Konzepts (Aufbau, Struktur, Umfang).
Dieser stimmt der Kunde schriftlich zu, dann wird das erste mal programmiert.
Es entsteht eine erste Basis Version (Template, Module) des Shops.

Dann hat der Kunde noch die Möglichkeit, grobe Strukturänderungen etc. zu melden, die dann bei der finalen Umsetzung noch berücksichtigt werden.

Nun hat der Kunde mich wieder und wieder um die Abnahme geprellt, aber bereits alle Phasen (Konzept, Basisversion) gesehen und abgesegnet, mit der Vertröstung, bald die schriftliche Bestätigung zu bekommen.

Doch statt mir die Phasen abzunehmen, bombardiert er mich mit immer neuen Anforderungen die niemals vertraglich vereinbart waren!
So hat er sich bereits über 76 unbezahlte Stunden an Leistungen erschlichen!

Das nette an der Sache, Mehraufwände kann ich nach Vertrag nur dann abrechnen, wenn wir uns offiziell in der letzten Phase befinden.Ich vermute, dass der Kunde dies genau weiß und ausnutzt.
Zum „Dank" für diese Mehraufwände, beschwert sich der Kunde, dass es ja nun wieder länger dauert und versucht dann, weiter Druck auszuüben.

Irgendwann meinte ich zu erkennen, was hier läuft:

Der Kunde hat einen VW gekauft und lässt sich diesen nun zum Porsche aufrüsten – natürlich ohne dafür zahlen zu wollen.

Immer wieder versucht mich der Kunde unter Druck zu setzen um noch mehr Extras gratis umgesetzt zu bekommen. Mittlerweile hat er mich in Lieferverzug gesetzt, obwohl ich nur auf Informationen und die Bestätigung dieser Phasen warte.

Für mich scheint das eine ziemlich üble Masche zu sein.

Ich habe auf allen Wegen mit dem Kunden gesprochen, ihm gesagt, dass er es in der Hand hat und mir nun endlich die Phasen schriftlich bestätigen soll. Sogar telefonische Versprechen, ich hätte diese nun nächste Woche in der Post, wurden gebrochen. Statt dessen, kommen sie dann wieder mit Drohungen, ich würde nicht liefern und ihnen sei bereits ein großer finanzieller Schaden dadurch entstanden und wenn ich Ihren Aufforderungen nicht nachkäme, würde das sehr bald, ziemlich übel enden.

MITWIRKUNGSPFLICHT

Dabei ist eindeutig vertraglich festgehalten, dass der Kunde eine Mitwirkungspflicht hat.
Und dieser kommt er bis heute nicht nach.
Weder sind mir bis heute alle Daten und Informationen zugeflossen, noch bestätigt der Kunde die Phasen, obwohl er weiß, dass wir bereits kurz vor der Übergabe stehen bzw der Shop mit allen Anforderungen, die vertraglich vereinbart wurden, bereits fertig ist.

Jetzt meine Frage:

Liefertermin: Welcher Liefertermin ist gültig, gibt es einen gültigen?
Lieferverzug: Ist ein Lieferverzug überhaupt möglich, ohne die Grundlage eines Liefertermins?
Mitwirkungspflicht: Kann ein Kunde mich (rechtens) in Lieferverzug setzen, obwohl er seiner vertraglichen Mitwirkungspflicht nicht nachkommt, die zur Umsetzung und Übergabe absolut notwendig ist?

Die Anforderungen aus dem Vertrag sind „alle" bereits umgesetzt.Verzögern tut einzig der Kunde, mit immer wieder neuen Anforderungen. Seit dem ich die Arbeit eingestellt habe, mit dem Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht, drohen sie mit rechtlichen Schritten.

Ich bin am überlegen, es darauf ankommen zu lassen, denn ich bin allen vertraglich vereinbarten Punkten nachgekommen und habe bereits 76 Stunden zusätzliche extra Anforderungen umgesetzt.
Rein theoretisch, könnte ich den Kunden zwingen, seiner Mitwirkungspflicht endlich nachzukommen. Alle Mehraufwände baue ich wieder aus, denn die sind ja nicht Teil des Vertrags. So zumindest, der Eskalationsfall, den der Kunde selbst anstrebt - vielleicht aber auch nur aus strategischen Gründen, um mich einschüchtern und sich weiterhin Leistungen zu erschleichen.

Ich würde gerne eure Meinung und Erfahrung dazu einmal hören.

Vielen Dank!

Beste Grüße

Teekay

Offline gpswandern.de

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 371
  • Karma: 10
    • gpswandern
    • Profil anzeigen
    • Wandern mit GPS
Also ich bin kein Anwalt und kann nur aus meinem Gefühl heraus antworten.
So wie Du es schilderst, scheint das ja nichts mehr zu werden mit dem Kunden und die Frage ist eher, wie viel gutes Geld (Zeit) Du dem schlechten noch hinterher werfen möchtest.

Ich würde für die Dinge, die der Kunde jetzt liefern muss und für die Du alle Voraussetzungen erfüllt hast (Lieferung Informationen, Zugänge, Abnahme des Konzepts) schriftlich per Einschreiben einen Termin setzen (in einer oder zwei Wochen) und, gleichzeitig dem Kunden ankündigen, dass Du bei Nichterfüllung vom Vertrag zurücktreten und Schadenersatz verlangen wirst.

Andernfalls wird der nie in die Gänge kommen.

 


WerbungWerbung