Autor Thema: Nebenberuflich selbstständig machen, hab ich das alles richtig verstanden?  (Gelesen 656 mal)

Offline aLpenbog

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Tag miteinander,

hab mich mal ein wenig eingelesen. Die ganzen Reglungen und Formulare sprengen mir da aber ein wenig den Kopf. Denke zwar ich hab es nun halbwegs aber wollte mal hören ob ich das so alles richtig verstanden hab. Ich plane mich demnächst nebenberuflich selbstständig zu machen.

Laut Klausel im Arbeitsvertrag brauch ich dazu eine Genehmigung meines Arbeitgebers. Soweit ich das verstanden habe, ist das eigentlich nur Formsache, sofern man seinen AG keine Konkurrenz macht oder es die eigentliche Arbeit beeinflusst. Ich gehe zwar stark davon aus, dass mein AG nix dagegen hat, was aber wenn er ohne entsprechende Gründe doch was dagegen hat?

Genereller Vorgang danach wäre die Gewerbeanmeldung (32€ bei uns), anschließend schickt einem das Finanzamt und die IHK Post mit weiteren Fragebögen. Ist wäre dann soweit ich das gelesen hab erst einmal die Kleinunternehmer Reglung etwas für mich, da ich nicht davon ausgehe anfangs auch nur in die Nähe der 17.500€ zu kommen. Krankenkasse bleibt soweit ich gelesen hab normal über mein Angestelltenverhältnis, wenn ich nur ein paar Stunden was nebenbei mach.

Frage wäre hier natürlich auch sowas wie der erwartete Umsatz. Woher soll ich den denn wissen? Ich kann bei Google auf Seite 40 landen und kein Euro verdienen oder glück haben, dass mein Content gut ankommt und ich ein paar Hunderter im Monat mach. Was gibt man dort an? Und wofür werden die Zahlen herangezogen? Bezieht sich meine Zahlung ans Finanzamt nicht auf die Steuererklärung inkl. EÜR?

Am Ende des Jahres bzw. Anfang des nächsten Jahres müsste ich dann die ESt 1A abgeben (Mantelbogen Einkommenssteuer) mit den Anlagen N für Arbeitnehmer und Anlagen G für Selbstständige inkl. der EÜR. Zu zahlen hab ich dann die Differenz aus bereits bezahlter Steuer meines Angestellten Verhältnisses und den berechneten Steuerbetrag aus Brutto Gehalt + Gewinn aus der Selbstständigkeit. Frage wäre da geht das auch über dieses elektronische Elster oder läuft damit irgendwas nicht, so dass ich auf Post und co. angewiesen bin?

Frage darüber hinaus wäre noch, wie es aussieht mit Einkünften die nicht aus Deutschland stammen. Angenommen ich erstelle irgendwas, sei es ein Videokurs oder eine Grafik oder was auch immer und biete es auf einer entsprechenden ausländischen Plattform an wie Udemy, Themeforest oder ähnliches oder eben ein EBook, dass auch Leute aus anderen Ländern kaufen, wie läuft das damit wegen der Umsatzsteuer usw.? Macht das für mich irgendeinen Unterschied oder führe ich das ganz normal so auf wie alles andere aus Deutschland, da ich mir um Umsatzsteuer als Kleinunternehmer eh keine Gedanken machen muss?

Wie sieht es aus, wenn ich irgendwann mit Glück über die 17.500€ komme, man kann ja erst zum nächsten Jahr dann wechseln. Wie läuft das dann im ersten Jahr wo man unerwartet über die 17.500€ schießt? Und wie sieht es dann aus mit Einkünften aus den Ausland?

Hoffe ihr könnt mir meine paar Fragen beantworten bzw. bestätigen dass ich die Sachen so richtig verstanden hab oder mir sagen wo ich noch nen Denkfehler habe. Irgendwie schrecklich, dass das Schwierigste am Weg in die Selbstständigkeit die Bürokratie ist.

Offline Kalkulator

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Willkommen!

Da wo ich es kann werde ich versuchen dir zu antworten, ohne Gewähr
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Laut Klausel im Arbeitsvertrag brauch ich dazu eine Genehmigung meines Arbeitgebers. Soweit ich das verstanden habe, ist das eigentlich nur Formsache, sofern man seinen AG keine Konkurrenz macht oder es die eigentliche Arbeit beeinflusst. Ich gehe zwar stark davon aus, dass mein AG nix dagegen hat, was aber wenn er ohne entsprechende Gründe doch was dagegen hat?
Im extremsten Fall müsstest du dein Recht einklagen, aber das wäre für mich kein Weg, wenn ich meinen Job auf Dauer behalten möchte. Hilft dann also nur das Gespräch zu suchen.

Zitat
Genereller Vorgang danach wäre die Gewerbeanmeldung (32€ bei uns), anschließend schickt einem das Finanzamt und die IHK Post mit weiteren Fragebögen. Ist wäre dann soweit ich das gelesen hab erst einmal die Kleinunternehmer Reglung etwas für mich, da ich nicht davon ausgehe anfangs auch nur in die Nähe der 17.500€ zu kommen. Krankenkasse bleibt soweit ich gelesen hab normal über mein Angestelltenverhältnis, wenn ich nur ein paar Stunden was nebenbei mach.
sehe ich auch so! Die Kleinunternehmerregelung (KUR) ist immer dann interessant, wenn keine großen Investitionskosten notwendig sind. Denn VSt für gezahlte USt kann mit dieser Option auch nicht zurückgeholt werden.

Zitat
Frage wäre hier natürlich auch sowas wie der erwartete Umsatz. Woher soll ich den denn wissen? Ich kann bei Google auf Seite 40 landen und kein Euro verdienen oder glück haben, dass mein Content gut ankommt und ich ein paar Hunderter im Monat mach. Was gibt man dort an? Und wofür werden die Zahlen herangezogen? Bezieht sich meine Zahlung ans Finanzamt nicht auf die Steuererklärung inkl. EÜR?
Das FA möchte deinen erwarteten Umsatz wenn dann für die Genehmigung der Kleinunternehmerreglung haben. Ich glaube aber eher die möchten deinen erwarteten Gewinn haben. Das macht (für das FA) Sinn, um dir ggf. gleich eine EkSt-Vorauszahlung aufs Auge zu drücken, damit du bei hohen Gewinnen nicht durch extrem hohe EkSt-Nachzahlungen überrascht wirst. Die meisten Neugründer gehen hier mit ihrer Schätzung erst einmal niedrig ran, wenn Sie ihren Gewinn zu Beginn nicht abschätzen können. Meistens entstehen ja auch Anfangsinvestitionen, welche den Gewinn im ersten Jahr (extrem) schmälern können. Falls du dann doch überraschender Weise guten Gewinn einfährst, solltest du gleich den ein oder anderen Euro für die EkSt-Nachzahlung bei Seite legen (je nach persönlichen Steuersatz).

Zitat
Am Ende des Jahres bzw. Anfang des nächsten Jahres müsste ich dann die ESt 1A abgeben (Mantelbogen Einkommenssteuer) mit den Anlagen N für Arbeitnehmer und Anlagen G für Selbstständige inkl. der EÜR. Zu zahlen hab ich dann die Differenz aus bereits bezahlter Steuer meines Angestellten Verhältnisses und den berechneten Steuerbetrag aus Brutto Gehalt + Gewinn aus der Selbstständigkeit. Frage wäre da geht das auch über dieses elektronische Elster oder läuft damit irgendwas nicht, so dass ich auf Post und co. angewiesen bin?
M.E. richtig verstanden. Steuererklärungstechn. ist alles per Elster möglich, bzw. in Sachen USt. bist du sogar dazu verpflichtet.
Bitte beachte: Trotz KUR bist du zur Abgabe der jährlichen USt-Erklärung verpflichtet, wenn auch nur mit einen Kreuz und der Angabe deines Jahresumsatzes. Das vergessen aber leider viele / einige Gründer mit Wahl zur KUR.

Zitat
Frage darüber hinaus wäre noch, wie es aussieht mit Einkünften die nicht aus Deutschland stammen. Angenommen ich erstelle irgendwas, sei es ein Videokurs oder eine Grafik oder was auch immer und biete es auf einer entsprechenden ausländischen Plattform an wie Udemy, Themeforest oder ähnliches oder eben ein EBook, dass auch Leute aus anderen Ländern kaufen, wie läuft das damit wegen der Umsatzsteuer usw.? Macht das für mich irgendeinen Unterschied oder führe ich das ganz normal so auf wie alles andere aus Deutschland, da ich mir um Umsatzsteuer als Kleinunternehmer eh keine Gedanken machen muss?
Das können dir andere besser erklären, da bin ich nicht so fit drin  :o

Zitat
Wie sieht es aus, wenn ich irgendwann mit Glück über die 17.500€ komme, man kann ja erst zum nächsten Jahr dann wechseln. Wie läuft das dann im ersten Jahr wo man unerwartet über die 17.500€ schießt?
Die Grenze lautet 17.500 Euro Umsatz im Vorjahr und voraussichtlichem Umsatz im laufenden Jahr. Wenn du im laufenden Jahr über 17.500 kommst ist egal, du wechselst dann einfach zum 01.01. zur USt. Du selber bist aber verpflichtet diese Grenze im Auge zu behalten (ordnungsgemäße Buchführung, und du weist immer bei wie viel Umsatz du bist). Solltest du die 50.000 Euro in einen Jahr plötzlich überschreiten, ist dies auch nicht extrem schlimm, wenn dies entgegen deiner Erwartungen passiert, denn deshalb heißt es voraussichtlicher Umsatz im laufenden Jahr, das kann nun mal nur eine Schätzung sein. Eine Schätzung ist von Natur aus immer ungenau.
Zitat
Und wie sieht es dann aus mit Einkünften aus den Ausland?
Grundsätzlich zählen auch Umsätze aus dem Ausland als Umsätze. Wie genau, das müssen dir andere erklären.

Zitat
Hoffe ihr könnt mir meine paar Fragen beantworten bzw. bestätigen dass ich die Sachen so richtig verstanden hab oder mir sagen wo ich noch nen Denkfehler habe. Irgendwie schrecklich, dass das Schwierigste am Weg in die Selbstständigkeit die Bürokratie ist.
Ich hoffe ich konnte dir ein Stück weit weiter helfen. Ich denke du bist gut vorbereitet. Und keine Angst vor der Bürokratie, alles halb so schlimm!!!

Gruß, Kalkulator

PS: Dies stellt keine steuerrechtliche Beratung dar. Diese kann in einem öffentlichen Forum dieser Art auch nicht erwartet werden.

 


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