Autor Thema: Gewinne eines Projektes zwischen zwei Unternehmern/Personen aufteilen  (Gelesen 454 mal)

Offline alex1003

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Guten Tag liebes Selbstständig im Netz Forum, ich brauche eure Hilfe :)

Ich möchte mit einem Freund ein Projekt starten. Die Gewinne werden je nach Aufwand aufgeteilt. Muss man eine GbR gründen oder gibt es da auch andere Möglichkeiten? Ich stelle mir die Frage, da ich in Zukunft mehrere Projekte mit unterschiedlichen Personen in Angriff nehmen möchte. Wenn die GbR die einzige Möglichkeit wäre, müsste man ja für jedes Projekt eine GbR gründen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr unübersichtlich und komplex werden könnte.

Idee.
Zwei Einzelunternehmer arbeiten an einem Projekt. Der Gewinn wird 50/50 aufgeteilt und
beide sind selbst für die Versteuerung verantwortlich. Ist so etwas realisierbar und erlaubt? Wenn ja, was müsste man dabei beachten?

Zwei Fälle:

1. Ein guter Freund von mir ist Einzelunternehmer und hat ein Projekt, an dem er alleine arbeitet. Ich bin Einzelunternehmer und habe auch ein Projekt, an dem ich alleine arbeite. Jetzt möchten wir an einem weiteren Projekt zusammen arbeiten. Gewinne aus der Zusammenarbeit werden aufgeteilt. (Fall von oben)

2. Person A ist Einzelunternehmer und möchte mit Person B (Kein Unternehmer) an einem Projekt arbeiten. Person A könnte Person B einstellen oder Person B meldet ein Gewerbe an. Der Gewinn wird z.B 70(A)/30(B) aufgeteilt. Liegt hier eine Scheinselbständigkeit vor? Hier wäre es wahrscheinlich sinnvoller eine GbR zu gründen, oder?

zu 2. Beispiel: Es handelt sich um eine Webseite, die keinen konstanten Gewinn einbringt. Person A übernimmt 70% der Arbeit und Person B arbeitet etwas weniger (30%). Dem entsprechend soll auch der Gewinn aufgeteilt werden. Hier stellt sich mir die Frage, wie könnte Person A die Person B einstellen? Was müsste man dabei beachten? Gewinnbeispiel (Januar (1000€), Februar (100€), März (3000€),…) nicht konstant und nich vorhersehbar.

GbR oder das Aufteilen des Gewinns sind die einzigen Möglichkeiten die mir einfallen. Über weitere Möglichkeiten, zur Aufteilung der Einnahmen, würde ich mich sehr freuen.

Diese Fragen schwirren mir schon einige Zeit durch den Kopf. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn mir jemand helfen würde :)

Offline Kalkulator

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Eine GbR muss nicht zwangsläufig gegründet werden, denn diese entsteht automatisch, wenn zwei Selbstständige zusammen eine Unternehmung starten. Viele wissen gar nicht das sie eine GbR haben. So liegt beispielsweise bei einem Ehepaar, welche gemeinsam eine Wohnung vermietet auch eine GbR vor, auch wenn die beiden so eine nie bewusst gegründet haben.

Wenn du mehrere Projekte mit verschiedenen Personen in Angriff nimmst, dann gründest du auch eine ganze Reihe GbR´s. Eine Vertragsform für eine GbR ist nicht vorgeschrieben, sprich ihr müsst keinen Gesellschaftervertrag schreiben. Der Vorteil liegt aber auf der Hand, wenn ihr euch irgendwann mal nicht einig seit, sind jene Punkte geklärt, welche ihr schriftlich fixiert habt.

Theoretisch müsst ihr für jede einzelne eine Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde und einen Anmeldebogen beim FA ausfüllen.

zu Fall 1: Ihr hättet dann drei Unternehmen, deine, seine und die gemeinsame.

zu deiner Idee:
Zitat
Idee.
Zwei Einzelunternehmer arbeiten an einem Projekt. Der Gewinn wird 50/50 aufgeteilt und
beide sind selbst für die Versteuerung verantwortlich. Ist so etwas realisierbar und erlaubt? Wenn ja, was müsste man dabei beachten?
Genau das ist eine GbR, auch ohne Vertrag. Punkte die dabei zu beachten sind:
- Eine GbR ist ein eigenes Steuersubjekt und somit auch für sich selbst Umsatzsteuerpflichtig
- dito Gewerbesteuerpflicht
Die EkSt ist aber jedem sein eigenes Ding.

Fall 2: Mit Scheinselbstständigkeit dürfte das nun ganz und gar nichts zu tun haben. Scheinselbstständigkeit läge vor wenn er sich selbstständig macht und in deiner Unternehmung arbeitet, dir dafür Rechnungen schreibt, keine weiteren Kunden neben dir hätte, du die Weisungsbefugnis bzgl. seiner Arbeit hätte und er nicht frei in seiner Arbeit wäre. Das liegt so hier in dem von dir Geschriebenen nicht vor.

Mir ist nicht klar, was du mit aufteilen des Gewinns meinst. Für alles muss es schließlich Belege geben "Keine Buchung ohne Beleg!!!" Wenn eine Rechnung oder Quittung geschrieben wird, wer wäre denn der Leistungserbringer?

Gruß,
Kalkulator

PS: Dies stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Diese darf in einem öffentlichen Forum dieser Art auch nicht erwartet werden.

Offline gpswandern.de

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Um ein eigenes Steuersubjekt zu vermeiden könntest Du projektbezogen die Dienstleistung Deines jeweiligen selbständigen Partners zukaufen. Ihr vereinbart, was seine Leistung, und was seine Bezahlung ist und er schreibt Dir dafür eine (oder mehrere) Rechnungen. Die USt. ist bei Dir ein durchlaufender Posten und die Entlohnungen Deiner Partner sind für Dich Betriebsausgaben. So würde ich das machen.

 


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