Autor Thema: Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung  (Gelesen 2831 mal)

Offline mkoehler

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Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung
« am: 18.08.2015, 22:45:56 »
Hallo zusammen,

ich wende mich heute an euch, um einerseits meine Geschichte loszuwerden aber andererseits auch um Rat zu fragen.  Ich gebe mir größte Mühe, meine Ausführungen so präzise wie möglich zu formulieren.

Also Ende 2012 habe ich ein (nebenberufliches) Einzelunternehmen gegründet.  Mehr überstürzt als überlegt, weil ich damals der einzige von 3 Kumpels war, der schon > 18 war, und die anderen beiden wollten unbedingt eine Firma im Bereich Server/Hosting hochziehen.  Am Anfang war ich der einzige, der Geld reingesteckt hat, weil ich noch einen fünfstelligen Betrag auf der hohen Kante hatte.  Aber bis heute haben wir es nicht wirklich geschafft, das Unternehmen rentabel zu machen.  Das lag zum einen daran, dass der „Technik-Chef“ von uns Dreien sehr egozentrisch ist und dazu noch einen sehr aufbrausenden Charakter hat, weshalb auch viele der Folgeentscheidungen mehr im guten Glauben als nach guter Kalkulation erfolgten.  So waren auch unsere Preise nie kaufmännisch kalkuliert, obwohl ich mehrmals den Anstoß dazu gegeben hatte.  Es fehlte immer an klaren Zuständigkeiten, da jeder das tat, wofür er sich zuständig fühlte.  Darum fühlte ich mich weniger für Technik und Marketing/Vertrieb sowie Support zuständig, und konzentrierte mich auf das Backoffice, Rechtliches, Finanzen, Personal (bis heute keine Angestellten aber ehrenamtliche Supporter) und versuchte immer wieder, mein Fachgebiet, nämlich die Anwendungsentwicklung/Webentwicklung, die ich seit meinem 8.  Lebensjahr pflege, einzubringen um damit Geld zu erwirtschaften, da mit Webdesign / Software as a Service / Sozialen Plattformen meiner Einschätzung nach viel schneller Geld zu machen ist als mit Serververmietung, denn bei der Serververmietung hat man ja immer vergleichsweise hohe Anschaffungs-, Wartungs- und laufende Kosten.  In den letzten 3 Jahren musste ich 3x den Steuerberater wechseln und einmal den Anwalt wechseln, da ich 1.  mit den Leistungen nicht zufrieden war oder 2.  der Anwalt mit meinen möglichen Zahlungsmodalitäten aufgrund des knappen Budgets nicht zufrieden war.  Bis heute konnten wir uns so über Wasser halten und ich habe aktuell (schätzungsweise) schon um die 40. 000 EUR an privaten Rücklagen und Gehältern aus meiner Haupttätigkeit reingesteckt.  Genau kann ich das nicht sagen, da aufgrund der mangelnden Leistung der vorherigen Steuerberater erst jetzt die Finanzen für 2012 zum Abschluss kommen.  Also soweit die stinknormale Geschichte eines Startups, das sich gerade so über Wasser hält.  Nun kam in letzter Zeit erschwerend dazu, dass der Egozentriker sich mittlerweile anhand unserer Infrastruktur ein breites Wissen an DDoS-Protection-Lösungen angeeignet hat, das zum Ende hin auch richtig gut funktioniert hat.  Nur wechselt er aufgrund anhaltendender Differenzen zwischen uns nun das Unternehmen und bringt seine Freizeit und sein angesammeltes Know-How künftig bei einem Startup-Konkurrenten ein.  Gut, dachte ich mir, wir sind ja immer noch zu zweit, und zwei sehr besonnene und vernünftige Typen, die das Unternehmen zu neuer Blüte führen können.  Falsch gedacht.  Heute hat mir der andere auch mitgeteilt, dass er zu ebendiesem Startup-Konkurrenten wechseln will, auch wenn ich die Gründe mit vernünftigem Menschenverstand nicht nachvollziehen kann, wenn ich unsere Historie und finanziellen Mittel und die aktuellen Mittel des Konkurrenten vergleiche.  (Nebenbei erwähnt kamen in letzter Zeit große finanzielle - bisher unerfüllte - Verpflichtungen hinzu, die ich allein wohl nicht eingegangen wäre, aber der Bedarf war wohl gegeben…) Aber in weiser Voraussicht, dass es so kommen könnte, habe ich schon vor einigen Monaten meinen Vater ins Boot geholt, der jahrzehntelange Management-Erfahrung hat und in Zukunft beim Thema Finanzen unterstützen will, denn wir haben vor, eine GmbH (& Co.  KG) zu gründen.  Einerseits, um meine finanziellen Risiken als Einzelunternehmer zu minimieren, andererseits um festere Strukturen und ein seriöseres Auftreten gegenüber Kunden zu haben.  Die „& Co.  KG“ kann ja jetzt theoretisch wegfallen, wo keine Kommanditisten mehr da sind.  Aber mein Problem ist, mein Vater hat von Technik null Plan, und ich kann ja schlecht allein die Technik, Vertrieb/Marketing, Support, Wartung, und weiterhin Rechtliches (und Personal) managen, und das alles noch nebenberuflich.  Natürlich habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie es weitergehen könnte, aber diese ganzen Gedanken möchte ich euch nicht aufzwängen.  Mich würde eher interessieren, in welcher Form ihr für mein kleines Unternehmen eine Zukunft seht.  Dazu noch ein paar Eckpunkte:

-   Ich will die Nebentätigkeit auf keinen Fall kampflos aufgeben, zumindest nicht ohne einen Großteil meines Investments wieder rauszubekommen.
-   Meine Haupttätigkeit aufzugeben ist keine Option, da die Nebentätigkeit ja keinen Gewinn abwirft.
-   Ich bin offen für neue Geschäftsideen und anderweitige Umgründungen, aber es wäre von Vorteil zukünftig zumindest einen Teilbereich Anwendungs-/Webentwicklung zu haben, wo ich mein breites Wissen diesbezüglich gewinnbringend einbringen kann.

Und jetzt die große Frage an euch: Was soll ich tun? Mich interessiert eure ehrliche, konstruktive Meinung zu der ganzen Geschichte und natürlich vor allem zu Zukunftsperspektiven (wenn möglich zielorientiert).  Gerne bin ich auch offen dafür, wenn sich jemand meldet und mich bei der Fortführung des Unternehmens unterstützen oder beraten möchte – natürlich wenn der Preis stimmt (Gehälter und große Beraterhonorare kann ich nicht zahlen, denn es ist eben über 3 Jahre ein Startup mit vielen Ideen aber wenig Erfolg geblieben).  Nebenbei bemerkt hätte ich 21 Projektideen für Webservices, die entwickelt und vermarktet werden wollen, wobei ich das natürlich gerne unter meiner eigenen Firma machen würde.  Also gerne her mit freiwilligen Webentwicklern, Amateur-Geschäftsführern, Supportern, Technikern und was ein IT-Service sonst noch so braucht, wenn ich euer Interesse geweckt habe, kontaktiert mich gerne: info@koehler. pro

Vielen herzlichen Dank im Voraus für eure Meinungen, Tipps und Diskussion!

Viele Grüße,

Markus Köhler

Offline DomainScoutFox

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Re: Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung
« Antwort #1 am: 17.07.2016, 13:34:01 »
Hi markus

kannst du die firma verkaufen? ist zwar vllt nicht deine wunschvorstellung aber würde dir vllt auch viele nerven sparen.
dann hast du nicht alles verloren und kannst dich auch andere ideen konzentrieren die mehr aussicht auf gewinn geben.
ich hab da auch n paar projekte am laufen und freue mich meistens mit leuten über alle möglichen projekte auszutauschen

gruß

Offline gerow

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Re: Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung
« Antwort #2 am: 24.07.2016, 18:17:39 »
Da kann ich nur zustimmen. Wenn du voll und ganz überzuegt bist, dann ziehe es durch, aber wenn nicht, dann spare dir die Nerven.

Offline AndrewLloydWWWebber

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Re: Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung
« Antwort #3 am: 23.09.2016, 09:59:59 »
Hallo,

bei den beiden Aussagen hier klingeln bei mir die Alarmglocken:

- Ich will die Nebentätigkeit auf keinen Fall kampflos aufgeben, zumindest nicht ohne einen Großteil meines Investments wieder rauszubekommen.
- Meine Haupttätigkeit aufzugeben ist keine Option, da die Nebentätigkeit ja keinen Gewinn abwirft.
 

Das widerspricht sich total. Wie will man mit einem Business, das keinen Gewinn abwirft, ca. 40.000 Euro machen? Das hört sich für mich an, als ob du einen klassischen Fehler machst, nämlich schlechtem (verlorenem) Geld gutes Geld hinterherzuwerfen. Statt Geld kannst du auch Zeit, Energie, Nerven und Herzblut sagen, kommt alles aufs selbe raus. Ich verstehe ja, dass es schwerfällt, so eine Summe und die geleistete Arbeit einfach abzuschreiben, aber das ist ja gerade der Grund, warum Leute immer wieder diesen Fehler machen. Es ist aber genau wie an der Börse: Für die Entscheidung, ob ich eine Aktie halten oder verkaufen soll, darf nicht zählen, wieviel ich dafür bezahlt habe und ggf. verliere, es zählt nur, wie die zukünftigen Chancen der Aktie zu bewerten sind. Du musst das ganz nüchtern und kalt sehen, sonst verlierst du immer noch mehr als ohnehin schon. Also, Hand aufs Herz: Ist in dieser Firma irgendwas an Wert oder realistischem Potenzial, das die begründete Hoffnung gibt, dass du damit mittelfristig Geld machen kannst? Mehr Geld als mit deinen anderen Geschäftsideen? Wenn nicht, dann hak die Sache ab. Dumm gelaufen, Lehrgeld gezahlt, ärgerlich, ja. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und du hast ja auch gelernt durch die ganze Geschichte, das kommt dir bei deinem nächsten Projekt bestimmt zugute. Erfahrung im Scheitern soll ja in den USA inzwischen schon als Schlüsselqualifikation für Gründer gelten. :)

Und wenn es etwas gibt, was sich relativ leicht verkaufen lässt (Domain, Kundenstamm) und was bei rausspringt, dann würd ich das machen.

Was sagt denn dein Vater dazu?

Und jetzt die große Frage an euch: Was soll ich tun?

Ich finde, mit diesen Gedanken bist du auf dem richtigen Weg:

versuchte immer wieder, mein Fachgebiet, nämlich die Anwendungsentwicklung/Webentwicklung, die ich seit meinem 8.  Lebensjahr pflege, einzubringen um damit Geld zu erwirtschaften, da mit Webdesign / Software as a Service / Sozialen Plattformen meiner Einschätzung nach viel schneller Geld zu machen ist als mit Serververmietung, denn bei der Serververmietung hat man ja immer vergleichsweise hohe Anschaffungs-, Wartungs- und laufende Kosten. 
(...)
bin offen für neue Geschäftsideen und anderweitige Umgründungen, aber es wäre von Vorteil zukünftig zumindest einen Teilbereich Anwendungs-/Webentwicklung zu haben, wo ich mein breites Wissen diesbezüglich gewinnbringend einbringen kann.
(...)
Nebenbei bemerkt hätte ich 21 Projektideen für Webservices, die entwickelt und vermarktet werden wollen   

Mit Webdesign kannst du natürlich nicht skalieren (es sei denn mit Personal, das du einstellst), deshalb würde ich an deiner Stelle lieber ein Projekt im Bereich SaaS oder Soziale Plattform probieren, wenn du da gute Ideen hast. Jetzt weiss ich nicht, wieviel Zeit du neben deinem Hauptjob zur Verfügung hast, aber ich nehme an, dass du auf jeden Fall einen Partner brauchen wirst, oder? Also such dir jemand, der die Kompetenzen hat, die dir und deinem Vater fehlen, und versuch's. Was die beste deiner Ideen ist, kann ich dir natürlich nicht sagen. Vielleicht etwas, das man mit relativ wenig Aufwand starten kann, aber schnell und mit wenig Marketing eine auskömmliche Größe kriegen kann - wenn's funktioniert. Und wenn's nicht funktioniert, dann das nächste Projekt.

Eine andere Idee: Du gründest so richtig, will sagen, ein Startup, das in ein paar Jahren Millionen wert sein kann (solche Sachen wie man sie bei DHDL oder auf Gründerszene sieht), machst das (mit deinen Partnern) Vollzeit und sammelst dafür Investorengelder ein, damit du dir (und den Partnern) ein Gehalt zahlen kannst. Also, vergiss die Peanuts. :)

Viel Erfolg.

Nachtrag:
Ups, jetzt erst gesehen, dass der Ursprungsbeitrag schon 1 Jahr alt ist und die erste Antwort viel später erst kam. Was soll's, irgendjemand wird's schon noch interessieren.
« Letzte Änderung: 23.09.2016, 10:29:44 von AndrewLloydWWWebber »

Offline Zwolle

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Re: Zähes Startup sucht Meinungen und Unterstützung
« Antwort #4 am: 06.10.2016, 09:15:49 »
Ein paar Absätze werden super, dann wäre dein langer Text besser lesbar...

 


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