Autor Thema: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot  (Gelesen 1169 mal)

Offline reaLity

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Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« am: 08.10.2011, 10:59:35 »
Hi Zusammen,
bin bei meinem letzten Projekt ein bisschen auf die Nase gefallen. Hatte grob x Stunden kalkuliert und dem Kunden hierzu ein Angebot geschickt. Das Angebot wurde schriftlich (nur per Mail) akzeptiert.

Die Entwicklung war nach x+1 Stunden auch abgeschlossen, allerdings gab es noch soviel Korrekturläufe, Kleinkram, unnötiger Kleinkram (bspw. "Ändere mal dieses Wort bitte" - das hätte im CMS auch selbst erledigt werden können) das ich am Ende mit 2*x vom angebotenen Aufwand dastehe.

Wie geht ihr mit sowas um? Schreibt ihr die Rechnung halt mit dem vereinbarten Preis und nehmt es als "Lesson learned" fürs nächste Mal oder rechnet ihr einen gewissen Prozentsatz ab.

Wäre überhaupt mal an eurem Workflow (Aquise, Angebot, Bestätigung, Umsetzung) interessiert. Macht ihr eher Festpreise oder rechnet nach Aufwand ab? Wie steckt ihr Grenzen bei letzterem ab?

Danke

Offline FranziskaBdot

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Re: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« Antwort #1 am: 08.10.2011, 12:14:04 »
Wie geht ihr mit sowas um? Schreibt ihr die Rechnung halt mit dem vereinbarten Preis und nehmt es als "Lesson learned" fürs nächste Mal oder rechnet ihr einen gewissen Prozentsatz ab.

Genau so. Der Kunde hat von vornherein mit dem Preis gerechnet, den ich ihm mitgeteilt habe und mir vielleicht genau deshalb auch den Auftrag erteilt. Da kann ich nicht hinterher kommen mit "Ups, ich hab mich um 50% verschätzt.". Das ist dann mein persönliches Pech.

Ich hab auch arge Schwierigkeiten, Aufwand richtig einzuschätzen. Meist unterschätze ich stark. Ich stoppe mir mittlerweile mit einer selbstgebauten Projektverwaltung (da gibt's aber auch freie Tools) für jeden Scheiß, auch für Kleinkram und eigene Projekte, die Zeiten und ordne das dem Projekt und bestimmten Unterpunkten zu. Mittlerweile kann ich aufgrund dieser Werte Aufwände schon besser kalkulieren. Und gerade die Kleinigkeiten (Mailverkehr, die Überschrift ist noch nicht hübsch genug, der Kasten links muss ein bisschen anders ausgerichtet werden), die da noch kommen summieren sich oft zu ner großen Menge, die man mit einkalkulieren muss.

Wäre überhaupt mal an eurem Workflow (Aquise, Angebot, Bestätigung, Umsetzung) interessiert. Macht ihr eher Festpreise oder rechnet nach Aufwand ab? Wie steckt ihr Grenzen bei letzterem ab?

Aquise mach ich bisher kaum. Beschränkt sich auf eine noch sehr verbesserungswürdige Webseite und das Erwähnen in Foren, in denen ich eh freizeitmäßig bin sowie auf FB und Twitter ab und zu mal einen Artikel posten. Ich mach das aber auch nebenher und bisher hatte ich immer irgendwie was zu tun für Kunden. In für mich derzeit ausreichender Menge.

Bei Anfragen unterscheide ich zwischen "größeres Gesamtprojekt" (z.B. ganze Webseite), wo ich vornehmlich Pauschalpreise mache und "kleinere Verbesserungen/Arbeiten", wo ich per Stunde abrechne entweder nach Abschluss dieser konkreten Arbeiten bei einmaligen Angelegenheiten, oder bei wiederkehrenden je nach Summe monatlich, vierteljährlich, jährlich.

Offline juergen

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Re: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« Antwort #2 am: 08.10.2011, 13:12:21 »
Es bedarf eigentlich nur einer genauen Definition was im Pauschalpreis enthalten ist und was nicht.

Ich schreibe in meinen Angeboten sowas immer explizit rein. z.B. keine weiteren Programmierarbeiten, keine weiteren Module, keine weitere Suchmaschinenoptimierung außer Standard OnSite, keine Erstellungen von Texten, einpflegen von Texten oder Ausbesserungen am Text / Inhalt usw. Wenn dies gewünscht ist, kann es zum Stundensatz von xx Euro gerne separat dazugekommen werden.

Offline Manuel

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Re: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« Antwort #3 am: 09.10.2011, 00:50:08 »
Oft hilft es auch wenn man dem Kunden erklärt wie viel Zeit noch "übrig" wäre nach der genannten Schätzung bzw eine Mail ab wann das genannte Pensum definitiv erreicht ist. Danach kann man immer noch verhandeln und vielleicht zwei drei kleine Handgriffe übernehmen, die komplette Contentänderung von zwei Seiten dann aber mit entsprechenden Mehraufwand in Rechnung stellen.

Ist mir bei den ersten Projekten auch passiert dass ich immer gründlich daneben lag und durch Sonderwünsche und mangelnde Erfahrung für vermeindliche Kleinigkeiten länger brauchte als nötig. Den Großteil hab ich als Lektion gelernt verbucht, bei einigen Punkten einfach noch mal mim Kunden gesprochen und zumindest kleinere Vereinbarungen treffen können.

Was ich definitiv gelernt habe: In 90% der Fälle kommt am Ende immer noch "könnte man nicht..." "das kann man doch sicher noch..." "geht das auch...". Deswegen ist es ratsam das Angebot lieber noch mit mindestens 10% größeren Zeitaufwand zu kalukieren. Wenn man ihn nicht braucht, freuts den Kunden.

Offline AndreM

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Re: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« Antwort #4 am: 10.10.2011, 03:41:57 »
Was ich definitiv gelernt habe: In 90% der Fälle kommt am Ende immer noch "könnte man nicht..." "das kann man doch sicher noch..." "geht das auch...". Deswegen ist es ratsam das Angebot lieber noch mit mindestens 10% größeren Zeitaufwand zu kalukieren. Wenn man ihn nicht braucht, freuts den Kunden.

Der Vertrag sollte ganz klar gestellt und durchdacht werden. Wenn man weiß was Kunden der entsprechenden Branche benötigt kann man eine Vorlage als eine Art Fragenkatalog anfertigen. Diesen kann man dann mit dem Kunden zusammen ausarbeiten und hier nach den Vertrag vereinbaren.
Hier sollte auch die Anzahl der Änderungen und alle Funktionen der Homepage geklärt werden. Diese Fragen wie: "könnte man nicht" usw. Können dann ganz klar mit ja beanntwortet werden und das kostet X Euro zusätzlich. So laufen dann auch die Kosten nicht aus dem ruder und man muss nicht 10 oder mehr Prozent aufschlagen, das vielleicht verhindnert das man den Auftrag überhaupt bekommt.
« Letzte Änderung: 10.10.2011, 03:43:37 von AndreM »

Offline Texterela

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Re: Realer Aufwand doppelt so hoch wie Angebot
« Antwort #5 am: 11.10.2011, 19:33:30 »
Ich berechne meine Preise fast immer nach Wort, also entweder auf den Cent genau oder Festpreis für eine vorgegebene Wortmenge/Seitenzahl. In der Regel wird also immer ein Preis pro Text berechnet, bei Webseiten biete ich auch Komplettpreise an. Ich schreibe meinen Kunden ausdrücklich, dass kleinere (!) Korrekturen im Preis inbegriffen sind. Damit ich nicht am Ende die ganze Sache neu machen muss, schicke ich meinen Kunden anfänglich immer schon die ersten zwei bis drei Texte als Probe. Das Feedback, das ich dafür bekomme, reicht in der Regel aus, um den Rest so zu bearbeiten, dass so gut wie nichts beanstandet wird. Und das spart wirklich viel Zeit.

Warum ich keine Stunden berechne? Weil es sich immer so schlecht abschätzen lässt und weil mir bei meinem aktuellen Erfahrungsstatus (2 Jahre) wohl keiner die Preise bezahlen würde, die ich mit Einzelberechnungen pro Wort erreiche. Außerdem kann man sich so nicht im Zeitaufwand verkalkulieren - es sei denn, die Recherche ist unerwartet hoch. Aber das sieht man ja meist schon am Thema und kann es einplanen.

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