Autor Thema: Statusfeststellungsverfahren?!?  (Gelesen 378 mal)

Offline Julsch12345

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Statusfeststellungsverfahren?!?
« am: 12.02.2017, 20:30:17 »
Ich bin derzeit in Elternzeit und mein befristeter Arbeitsvertrag läuft bald aus. Danach möchte ich gerne freiberuflich für meinen Exarbeitgeber arbeiten. Beim Finanzamt bin ich schon lange als Freiberuflerin gemeldet und habe auch schon Aufträge ausgeführt, allerdings immer in geringem Umfang.

Ich habe mit meinem Auftraggeber (Exarbeitgeber) einen Rahmenvertrag aufgesetzt, der eine Mindeststundenanzahl und einen Stundensatz festschreibt, was meiner Erfahrung nach auch nicht unüblich ist unter Freiberuflern.

Dann kam mein Auftraggeber aber mit dem Thema Scheinselbstständigkeit und dass ich über ein Statusfeststellungsverfahren bei der Rentenversicherung klären lassen soll, ob ich denn tatsächlich selbstständig bin.

Da ich von zuhause aus bei freier Zeiteinteilung und nicht weisungsgebunden und auf meinem eigenen Computer arbeite, dachte ich, das ist natürlich selbstständig und stellte den Antrag.

Es kam jedoch die Info von der DRV, dass das Auftragsverhältnis eine abhängige Beschäftigung sein würde (es wurde noch nicht aufgenommen). Argumente der DRV waren die Mindeststundenzahl und das Stundenhonorar, was kein unternehmerisches Risiko vermuten lässt (das kann ich nachvollziehen), aber auch so absurde Sachen wie dass ich mich gelegentlich mit meinem Auftraggeber zu Absprachen treffen würde und er meine Arbeit abnehmen wird, was laut DRV auf Weisungsbefugnis des Auftraggebers hinweist. Die Sachbearbeiter der DRV lassen wohl bei sich zuhause die Wände vom Maler streichen ohne vorher zu sagen wie sie es sich vorstellen und ohne Abnahme?!? Naja...

Ich habe mit der Sachbearbeiterin telefoniert und sie meinte, dass es mir ja freistünde, nach Aufnahme des Verhältnisses eine verbindliche Statusfeststellung machen zu lassen oder eben nicht, wenn ich der Meinung wäre, dass ich selbstständig bin. Nur wenn ich keine machen ließe, drohen halt in einer eventuellen Betriebsprüfung hohe Nachzahlungen...

Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Das trifft ja eigentlich jeden Freiberufler. Wenn ich ohne Vertrag und einfach mit Auftrag und Rechnung arbeiten würde, würde das mich und meinen Auftraggeber ja auch nicht schützen, wenn der Betriebsprüfer der DRV der Meinung ist, dass ich scheinselbstständig bin. Laut DRV zählt nicht der Vertrag, sondern die "tatsächlichen Verhältnisse".

Wie kann ich freiberuflich für ihn arbeiten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Die Voraussetzungen für Selbstständige von der Homepage der DRV treffen auf mich zu!! Und trotzdem entscheiden sie anders...

Eine abhängige Beschäftigung würde sich aufgrund des Elterngeldbezuges nicht für mich lohnen.

Vielen Dank und viele Grüße
J.

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Re: Statusfeststellungsverfahren?!?
« Antwort #1 am: 14.02.2017, 09:18:26 »
Umfassend kann ich Dir das nicht beantworten, aber sinnvoll wäre für Dich sicherlich, wenn Du nicht nur für einen Auftraggeber arbeitest, sondern für mehrere. Und wenn Du nicht nach Stunden bezahlt wirst, sondern für ein anzulieferndes Werk.
So wie Du es schilderst, ist der Gedanke an Scheinselbständigkeit naheliegend.

Offline Julsch12345

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Re: Statusfeststellungsverfahren?!?
« Antwort #2 am: 15.02.2017, 10:40:46 »
Herzlichen Dank für Deine Antwort. Ja, ich bin mittlerweile so weit, weg vom Vertrag zu gehen und einfach ein Angebot auf Stundenbasis abzugeben und dann einen genau definierten Auftrag anzunehmen. Nach allem, was ich bisher gelesen habe, ist der Vertrag, den ich und mein Auftraggeber geschlossen haben, tatsächlich eher ein Zeichen für abhängige Beschäftigung.

Die Anzahl der Kunden ist aber tatsächlich nur von untergeordneter Rolle, habe ich mehrfach gelesen. Man kann nach Auffassung der DRV durchaus für mehrere Kunden in abhängig tätig sein und für einen selbstständig. Es wird immer das einzelne Vertragverhältnis geprüft... Naja, es ist kompliziert.

Aber ich habe mittlerweile auch ein paar weitere Kunden aquiriert.

 


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