Autor Thema: Nebenjob als Schüler  (Gelesen 1539 mal)

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Nebenjob als Schüler
« am: 01.06.2011, 16:32:10 »
Tag sin-community,

ich und meine zwei Klassenkameraden, sind jeweils 17 und ich 18, wollen ein Projekt im Internet starten. Wir wollen als erstes Facebook Seite/Gruppe über das Thema, gaming bringt es egt. genau auf den Punkt, starten. Nebenbei werden wir auch ein Forum betreiben. Diese beiden "Punkte" dienen dazu das wir Public werden und schon mal ein paar Member haben. Da die Seite Seite/Gruppe aber eher ein marketinggerät ist, arbeiten wir auch an einer Website, die wir dann später Online nehmen werden.

Soviel zu unseren Vorhaben und nun zu den Fragen die wir haben:

1. Wir haben gelesen das man mit Facebook gruppen/Seiten geld verdienen kann aber wie? Ich hoffe dazu kann uns einer eine gute Definition schreiben.

2. Was ist besser für uns eine Facebook seite oder eine Gruppe? Angemerkt sei auch das wir nebenbei ein Forum betreiben werden.

3. Wir wollen später evtl., wenn die Einahmen stimmen, eine UG gründen, was sind die Risiken bzw. Vorteile dabei?

4. Ist es empfehlenswert direkt Geld zu Investieren (Webspace u. Domain) oder sollte man erst mal ohne Investionen schauen wie sich das alles Entwickelt?

5. Müssen wir ein Nebengewerbe anmelden?

6. Ab wann werden die Einahmen versteuert?

7. Wir haben es so ausgemacht, dass der Gewinn nach Köpfen verteilt wird, müssen wir dafür extra einen Vertrag aufsetzen oder geht das so?



Ich hatte noch mehr Fragen, die mir leider wieder Entfallen sind. Ich werde Sie aber Editieren wenn Sie mir wieder einfallen.

Gruß

Mustafa
 

Offline Texterela

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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #1 am: 01.06.2011, 16:46:36 »
Ich kann dir zu den Facebookspezifischen Sachen jetzt leider keine Antwort geben. Ist natürlich auch keine Rechtsberatung. Weiß zwar nicht wieso das alle so betonen weil ich ja gar nicht behaupte, Rechtsberater zu sein, aber man schwimmt ja gerne mit dem Strom :)

3. Also eine gewerbliche Form braucht ihr so oder so, wenn ihr erst einmal Einnahmen erzielt. Vorteile hin oder her: Es ist also nötig. Die UG hat den Vorteil, dass ihr nicht mit einer großen Summe haftet, sondern nur mit einem bestimmten Betrag. So weit ich weiß sind das bei der GmbH 25.000 Euro, bei der UG nur 1 Euro. Im Umkehrschluss kannst du aber davon ausgehen, dass man eine UG nicht grundsätzlich, sondern nur bei einem Maximaleinkommen machen kann. Da die GmbH mit der Haftungssumme bei Schülern wohl übertrieben wäre, sehe ich da im Moment gar keine andere Möglichkeit als die UG.

4. Naja, ohne eine gewisse Investition geht es schwer. Ihr könnt zwar Foren auch woanders hosten, aber dann habt ihr Werbung drin und seid von fremden Servern abhängig. Webspace kriegt man heute für unter 10 Euro im Jahr einschließlich Domain. Ich denke so viel Investition darf ruhig sein. Lediglich von einem eigenen Server für ein paar hundert Euro oder einen teuren Webdesginer würde ich dann erstmal die Hände lassen. Wichtig ist: Einigt euch vorher, wer was bezahlt und haltet das genau fest. Sonst kann es später zu Streit kommen.

5. Sobald Ihr Einnahmen habt (auch wenn noch steuerfrei) müsst ihr ein Gewerbe anmelden.

6. Ihr müsst folgende drei Steuerpunkte beachten: 1. Einkommensteuer (fällig ab 8.004 Euro pro Kopf), 2. Umsatzsteuer (darauf könnt ihr bis zu einem Jahreseinkommen bis zu 17.500 Euro verzichten, darüber MÜSST ihr sie berücksichtigen), 3. Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und muss - glaube ich - ab 20.000 Euro im Jahr bezahlt werden. Wenn ihr komplett steuerfrei bleiben wollt, müsst ihr also unter 17.500 Euro gesamt bleiben.

7. Das kann ich dir nur dringend raten. Sonst ist Ärger vorprogrammiert, wenn der eine glaubt, die anderen kriegen mehr. Oder wenn zwei von euch dem Dritten kein komplettes Drittel geben wollen, weil er nicht so viel tut. In der Regel werden solche Summen abhängig von dem Bemessen, was man investiert. Beispiel: Einer hat 50% des Barvermögens der GmbH eingebracht, einer 30% einer 20%. Wäre ja ungerecht, wenn alle gleich viel kriegen. Wenn ihr das nicht nach Bargeld sondern nach Einsatz aufteilen wollt, müsstet ihr am besten berechnen, wer wie viele Arbeitsstunden investiert und das dann anteilig ausrechnen. Zur Sicherheit solltet ihr darüber Buch führen, wer wie viel gearbeiet hat. Aber ums noch mal zu betonen: Unbedingt in einem Gesellschaftervertrag festhalten, wer welche Rechte und Pflichten hat. Das betrifft nicht nur das Geld, sondern zb auch das Recht neuen Serverplatz zu mieten, Freiberufler für Webdesign und Text anzuheuern usw.

Bei Geld hört die Freundschaft auf. Ist leider oft so.
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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #2 am: 01.06.2011, 17:27:43 »
Erstmal danke, dass du mir so Ausführlich geantwortet hast =).

Zitat
3. Also eine gewerbliche Form braucht ihr so oder so, wenn ihr erst einmal Einnahmen erzielt. Vorteile hin oder her: Es ist also nötig. Die UG hat den Vorteil, dass ihr nicht mit einer großen Summe haftet, sondern nur mit einem bestimmten Betrag. So weit ich weiß sind das bei der GmbH 25.000 Euro, bei der UG nur 1 Euro. Im Umkehrschluss kannst du aber davon ausgehen, dass man eine UG nicht grundsätzlich, sondern nur bei einem Maximaleinkommen machen kann. Da die GmbH mit der Haftungssumme bei Schülern wohl übertrieben wäre, sehe ich da im Moment gar keine andere Möglichkeit als die UG.

War das nicht so, dass man nur mit dem Firmenkapital haftet und nicht mit dem Privatvermögen? Die 25.000 € sind das Startkapital bei der GmbH und bei der UG sind das die 1 €, dass weiß ich noch ;).
Was meisnt du mit wir brauchen eine Gewerbliche form? Müssen wir dann, wenn wir Gewinn erzielen, eine UG/OHG/KG/GmbH etc. gründen? Ja bei der UG ist ja der Vorteil, dass wir zur GmbH "wachsen" können. Und soweit ich weiß, wird ein bestimmter Prozensatz vom Jahresgewinn der UG "Gespeichert", wenn die Gespeicherte summe dann auf 25.000 € wächst werden wir Automatisch zu einer GmbH. Das ist sogar vom Gesetz vorgegeben, wenn mein Gedächnis mich nicht im Stich lässt.


Zitat
4. Naja, ohne eine gewisse Investition geht es schwer. Ihr könnt zwar Foren auch woanders hosten, aber dann habt ihr Werbung drin und seid von fremden Servern abhängig. Webspace kriegt man heute für unter 10 Euro im Jahr einschließlich Domain. Ich denke so viel Investition darf ruhig sein. Lediglich von einem eigenen Server für ein paar hundert Euro oder einen teuren Webdesginer würde ich dann erstmal die Hände lassen. Wichtig ist: Einigt euch vorher, wer was bezahlt und haltet das genau fest. Sonst kann es später zu Streit kommen.

Wie wir uns Gedacht haben. Wir haben aber schon alles zusammen Besprochen und werden uns die Kosten durch drei teilen. 10 € ist ja auch nicht die Welt. Der Vorteil ist das einige Anbieter auch für ein, zwei Monate einen Testzugang anbieten.

Zitat
5. Sobald Ihr Einnahmen habt (auch wenn noch steuerfrei) müsst ihr ein Gewerbe anmelden.

Und ein Gewerbe ist quasi ein Unternehmen oder?

Zitat
6. Ihr müsst folgende drei Steuerpunkte beachten: 1. Einkommensteuer (fällig ab 8.004 Euro pro Kopf), 2. Umsatzsteuer (darauf könnt ihr bis zu einem Jahreseinkommen bis zu 17.500 Euro verzichten, darüber MÜSST ihr sie berücksichtigen), 3. Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und muss - glaube ich - ab 20.000 Euro im Jahr bezahlt werden. Wenn ihr komplett steuerfrei bleiben wollt, müsst ihr also unter 17.500 Euro gesamt bleiben.

Das ist jetzt Interessant. Wir, die einzelnen, müssen somit pro Kopf nicht mehr als 8004 Euro pro jahr Einahmen. Und beim Gewerbe müssen wir dann darauf achten, dass der Gewinn die 17.500 Euro nicht Überschreitet. Was ist aber wenn wir jeden Monat unterschiedliche Einahmen haben und somit nicht Kalkulieren können ob wir Steuern zahlen müssen?

Zitat
7. Das kann ich dir nur dringend raten. Sonst ist Ärger vorprogrammiert, wenn der eine glaubt, die anderen kriegen mehr. Oder wenn zwei von euch dem Dritten kein komplettes Drittel geben wollen, weil er nicht so viel tut. In der Regel werden solche Summen abhängig von dem Bemessen, was man investiert. Beispiel: Einer hat 50% des Barvermögens der GmbH eingebracht, einer 30% einer 20%. Wäre ja ungerecht, wenn alle gleich viel kriegen. Wenn ihr das nicht nach Bargeld sondern nach Einsatz aufteilen wollt, müsstet ihr am besten berechnen, wer wie viele Arbeitsstunden investiert und das dann anteilig ausrechnen. Zur Sicherheit solltet ihr darüber Buch führen, wer wie viel gearbeiet hat. Aber ums noch mal zu betonen: Unbedingt in einem Gesellschaftervertrag festhalten, wer welche Rechte und Pflichten hat. Das betrifft nicht nur das Geld, sondern zb auch das Recht neuen Serverplatz zu mieten, Freiberufler für Webdesign und Text anzuheuern usw.
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Wir werden das erstmal so machen, dass wir jeder den gleichen Anteil erhält also durch drei Geteilt aber im Vertrag wird dann stehen das jedes Jahr einmal die Verträge neu Aufgesetzt werden. Und das wir z.B. bis zu 400 Euro den Gewinn durch die Köpfe verteilen alles was da drüber ist wird dann je nach Leistung verteilt. Ja da werde ich sehr besonders drauf achten. Jetzt habe ich noch eine andere Frage.
Die Buchhaltung ist ja sehr Wichtig und in der Schule habe ich auch Rechnungswesen, ab nächstem Schuljahr drei Jahre lang mein Leistungskurs, kann ich dann die Buchungen etc. alles alleine machen oder muss ich dafür einen Steuerberater aufsuchen und muss ich das bei jeder Einahme machen oder gibts da einen Minimalwert?

Gruß Mustafa

Offline Texterela

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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #3 am: 02.06.2011, 07:31:49 »
3. Jaja das ist schon richtig. Aber wer haftet schon gerne mit 25.000, wenn er auch mit 1 haften kann? ;)
Zur Gewerbeform: Als Einzelperson kann man auch einfach ein Einzelgewerbe aufmachen, ohne irgendeine Gründungsform. Aber da ihr zu dritt seid, kommt das meines Wissens nicht in Frage. Da könnt ihr euch aber beim Gewerbeamt beraten lassen, wenn ihr euch da anmelden geht.

4. Ja 10 Euro sind nicht die Welt, aber irgendwann sinds mal 100 oder wenns gut läuft sogar 1000.  Und bei solchen Summen kann es doch mal schnell Knatsch geben.

5. Quasi, ja :) Eine Form davon.

6. Am Anfang schätzt ihr erst einmal, wie viel Geld ihr das ganze Jahr über verdient. Bleibt ruhig unter den 17.000 Euro, es wird eh schwer, die Grenze im ersten Jahr schon zu knacken. Dann habt ihr erstmal Ruhe. In eurem 2. Jahr macht ihr dann eine Steuererklärung mit euren gesamten Einnahmen. Dann seht ihr ja direkt, ob ihr über irgendwelchen Steuerbereichen liegt. Wenn ja, müsst ihr eure Steuern in bestimmten Abständen zahlen (je nach Menge jährlich, vierteljährlich oder monatlich). Dadurch, dass aufs gesamte Jahr gerechnet wird, sind Schwankungen egal. Solltet ihr einen bestimmten Betrag pro Monat zahlen müssen, dann aber plötzlich gewaltig einbrechen (oder euch immens steigern und keine Lust auf eine dicke Nachzahlung haben) dann könnt ihr eure Steuerzahlungen beim Finanzamt anpassen lassen.

Also ich hatte in der Schule auch Rechnungswesen und finde: Das, was man da lernt, macht vielleicht bei riesigen Unternehmen Sinn -aber für ein kleines Unternehmen kann man es nicht brauchen. du brauchst keine Buchungskonten oder so einen Kram. Ich mach die Buchhaltung über eine Excel Tabelle mit Einnahmen, Ausgaben, Rechnungsnummer, Datum und fertig. Bei den 20 Rechnungen, die ich im Monat habe, reicht das voll. Ich mache auch meine Steuer selbst. Habe dazu ein gutes Programm - dennoch ist es zeitraubend. Es ist daher in erster Linie eine Sache der Bequemlichkeit (oder Sicherheit), das einen Steuerberater machen zu lassen. Zwingend nötig oder Pflicht ist das nicht.
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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #4 am: 02.06.2011, 15:30:57 »
3. Ach, so meintest du das. Ja das ist in der tat gut. Wir werden Höchstwahrscheinlich die die UG & CO KG nehmen. Die Vorteile der beiden Unternehmensformen sind enthalten.

4. Wir haben uns mit einem Anbieter Ausgesprochen, die Webspace kriegen wir Geponsert, die Domain allerdings nicht aber der Preis ist Perfekt.

Danke für die Beantwortung der anderen beiden Fragen. Hast mir wirklich sehr Geholfen =).

Wir haben jetzt aber auch eine neue Frage:

1. Wie ist das mit dem Konto? Wir wissen nicht ob wir eins Aufmachen sollen wo jeder drauf Zugreifen kann, was ich Perösnlich nicht das Gelbe vom Ei finde.. Wir kann man das am bsten handhaben?

Gruß

Mustafa

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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #5 am: 02.06.2011, 15:44:55 »
Firmenkonto würde ich dir schon raten. Sonst kann es zu Misstrauen kommen, ob der Kontoinhaber das Geld der Firma nicht mit seinem Privatkram vermischt. Ihr könnt ein Firmenkonto eröffnen und euch einigen, dass nur einer das Konto nutzt - wann was abgehoben wurde lässt sich durch Kontoauszüge ja nachvollziehen. Ist aber natürlich ebenso ne Vertrauenssache. Zumindest wären deine Mitfirmengründer ja irgendwie dumm, wenn sie dir (oder einem anderen von euch 3) ihr Geld anvertrauen, ohne Zugriff drauf zu haben. Dass nur einer drangeht, ist eine andere Sache. Aber wenn es das Geld von drei Leuten ist, sollten auch alle drei Zugriff darauf haben, finde ich.
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Re: Nebenjob als Schüler
« Antwort #6 am: 28.07.2011, 11:40:25 »
Warum macht Ihr nicht ersteinmal eine ganz normale GbR? Ihr braucht keine Kapitaleinlagen und der Papierkram wie auch die gesamte Buchhaltung ist super einfach gehalten. Und wenn sich Euer Geschäft gut entwickelt, dann könnt ihre immer noch eine GmbH oder sonstwas gründen.

Außerdem könnt Ihr diese gesamte Kleingewerberegelung meines Wissens NUR mit einer GbR bzw. als Einzelnunternehmer in Anspruch nehmen. Und das ist, denke ich, das einzig vernünftige am anfang, um den Aufwand einzuschränken.

Hier ist mal ein sehr interessanter Artikel dazu: http://www.gruender-mv.de/news/archiv/interviewarchiv/2010/0301.html?listurl=%2Fnews%2Farchiv%2Finterviewarchiv%2Findex.html%3FcurrPage%3D3
http://www.der-softwareentwickler-blog.de/ - Für Web-, App- und Software- Interessierte

http://www.unity-news.de/ - Für Gamedesigner und Spieleentwickler

 


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