Autor Thema: Rechtsformwechsel?  (Gelesen 3455 mal)

Offline P-InterTech

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Rechtsformwechsel?
« am: 11.03.2016, 21:29:57 »
Guten Abend,
als Kleingewerbetreibender hafte ich ja mit meinem Privatvermögen.
Nun suche ich eine Möglichkeit dieses Risiko zu minimieren und möchte auf Haftung durch Geschäftsvermögen umsteigen. Eine GmbH ist mir zu kostspielig, da ich keine 25.000€ habe!
Ich dachte an eine UG, da ich diese ab 1€ gründen kann. Allerdings muss ich hier zum Notar und mich ins Handelsregister eintragen lassen.
Gibt es noch andere Möglichkeiten mein Privatvermögen zu schützen?
Wie verhält es sich mit Mischformen wie GmbH & Co KG?

Ich würde mich freuen hier einige Anregungen zu bekommen. :-)

Offline Streuner

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #1 am: 12.03.2016, 14:58:15 »
Hallo P-InterTech,

wenn dir eine GmbH zu kostspielig ist, dann wird das auch nichts mit der GmbH & Co KG.

Denn auch für diese benötigst du eine GmbH, die dann als Komplementär (Vollhafter) fungiert.

Die einzige Möglichkeit, die ich kenne sind eben die GmbH und die UG, welche du dann zu einer GmbH umwandeln kannst, sobald du die 25. 000 € zusammen hast.

Viele Grüße


 




Offline P-InterTech

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #2 am: 13.03.2016, 11:50:39 »
Hallo Streuner,
vielen Dank für deinen Beitrag. :-)
Diese Überlegungen hatte ich auch schon. Doch meinte ich mal irgendwas von einer Mischform gehört zu haben, bei der man alle Vorteile einer einfachen Einzelunternehmung behält und trotzdem nur mit dem Geschäftsvermögen haftet.
...da weiß aber keiner was es noch für Möglichkeiten gibt?

Offline Streuner

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #3 am: 16.03.2016, 20:44:11 »
Da gibt es keine!

Egal, wie oft du fragst!

 Ltd.   ist noch eine Möglichkeit.   Ist die die englische Form der GmbH und benötigt kein Mindestkapital, glaube ich.

Du musst dich bei der Ltd.  im Handelsregister in England registrieren lassen.  Der Sitz der Firma muss nicht in England sein.

Wie das genau läuft musst du mal Googlen

Offline alexhell

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #4 am: 17.03.2016, 09:18:21 »
Die Ltd. ist mittelfristig auch die teurere Lösung, da sie vom Buchungsaufwand höher ist.

Eine andere Lösung wären gute Auftrags-/Geschäftsbedingungen, welche die Haftung auf das zulässige Maß reduzieren und eine sinnvolle, durchdachte(!!!) Versicherung.

Grds. wird der Haftungsschirm einer UG/GmbH überschätzt. Mittelfristig kommen dich diese Rechtsformen ebenfalls teurer, als ein Einzelunternehmen, wenn Du jetzt nicht eine "gefahrgeneigte" Arbeit hast.

Offline Laliya

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #5 am: 17.03.2016, 10:21:20 »
Mit einer Ltd.  wäre ich allgemein sehr vorsichtig und ich persönlich nie wählen.  Eine Limited wird größte Schwierigkeiten haben, Kreditgeber oder auch nur Lieferanten zu finden und darüber hinaus richtet sich die Struktur und interne Verwaltung einer Limited, die Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten der Organe nach englischem Recht und sind sowohl für die Akteure der Gesellschaft selbst, als auch für deren Geschäftspartner meist wenig bekannt.

Offline Streuner

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #6 am: 17.03.2016, 16:44:41 »
Hallo,

ich würde die Ltd.   ebenfalls nicht wählen.   

Aber der Threadersteller wollte unbedingt alternativen für haftungsbeschränkte Unternehmensformen haben. 

Generell finde ich es seltsam und auch ein Stück unverantwortlich - selber kein Eigenkapital zu haben und dann auch noch nicht haften zu wollen. 

Selbständigkeit hat auch etwas mit Verantwortungsbewusstsein zu tun.   

Aber das ist sicher ein anderes Thema!

:)

Offline P-InterTech

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #7 am: 18.03.2016, 09:02:50 »
Danke für eure Meinungen.
Kurz zu meiner Lage:
Ich hatte ein Einzelunternehmen angemeldet. Mache das ganze NICHT hauptberuflich.
Ich vertreibe Präzisionsbauteile für die Industrie. Dreh-, Fräs-, Biege-, Stanz-, Laserschneidteile,...
Hierbei bin ich lediglich Händler. Ich habe einen deutschlandweiten Lieferantenpool und arbeite Auftragsbezogen.
Das Einzige was ich für diese Arbeit brauche ist mein Laptop. Warum soll ich also Kapital mit einbringen?!

Offline Streuner

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #8 am: 18.03.2016, 11:05:40 »
Hi,


du sollst Kapital einbringen, damit du nicht mit deinem Privatvermögen haftest, sondern mit dem eingebrachten Kapital bzw.  dem Wert deines Unternehmens.

Es hat schon einen Grund, warum das so ist.  Und mal ehrlich.  25. 000,00 € ist ein Witz und überhaupt nicht mehr Zeitgemäß.   Die UG mit einem Euro Startkapital ist ebenfalls ein Witz.

Warum willst du denn nicht Haftbar gemacht werden? Du möchtest das Risiko auf andere abwälzen.  Für mein empfinden ist das recht dreist.  Ich würde mit dir keine Geschäfte machen wollen.  Wer erleidet denn den Schaden, wenn du nichts hast, womit du Haften kannst und nicht mal mit deinem Privatvermögen haftest, was wahrscheinlich eh zu wenig ist?

Stell dir mal vor du sitzt auf der anderen Seite.  Und möchtest, dass einer deiner Händler für irgendeinen Schaden haftet und der Händler sagt: Sorry, ich muss nicht Haften und von der GmbH ist nix zu holen.  Sehe zu, wie du klarkommst.  Nöt. 

Und du darfst den Schaden selber regulieren.  Stört dich wahrscheinlich nicht, weil dir das in deiner Lage so nicht passieren kann? Richtig? Dann Frag den Staat doch mal nach einer individuellen Lösung für dich.  ;)

Klar ganz so einfach ist das nicht.  Ich denke es ist aber klar, was ich meine.  Es hat schon seinen Grund, warum eine GmbH eine gewisses Eigenkapital zur Gründung benötigt und die Bilanz einer GmbH jährlich veröffentlicht werden muss. 

Und mal im ernst: UG.  Hast du keine Kohle und willst nicht Haften - obwohl mit dem nicht Haften auch so ne Sache ist, es gibt auch Szenarien, da wirst du egal mit welcher Form haften müssen -  dann Gründe eine UG!






Offline Kay

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #9 am: 11.04.2016, 23:59:26 »
Da muss man schon Geld in die Hand nehmen.  Haftungsbeschränkung ohne Kosten für den Firmenmantel und dessen Unterhaltung gibt es nicht.

Gründe gerade eine englische Ltd.  bringt viele Vorteile gegenüber einer UG.


Offline DavidKS

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Re: Rechtsformwechsel?
« Antwort #10 am: 17.10.2016, 14:54:18 »
Schon was her, aber immer noch aktuell.  Wie die anderen gut beschrieben haben, ist eine Rechtsformwahl bei der du haftungsbeschränkt hast, aber kein Kaptial nachweisen kannst (UG oder Ltd) total negativ zu betrachten.
Da will keiner mit handeln, du rennst quasi mit dem Schild herum "mache kaputt und zahle für nix".  Gerade bei Händlern mit höheren Umsätzen sobald eine Selbstständigkeit quasi Sinn macht, ist die Einlage von 25. 000€  durchaus machbar.  Sogar wenn du als UG startest ist das super, weil diese verpflichtet ist Rücklagen zu bilden für ein Anwachsen zu einer GmbH und du nur 25% deiner Gewinne auszahlen darfst. 
Also die Mühe muss und sollte man sich dann in deiner Situation dann doch machen, eben zum Notar zu laufen.

 


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