Autor Thema: Erfahrungen ungleiche Gewinnverteilung  (Gelesen 1355 mal)

Offline verena0000

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Erfahrungen ungleiche Gewinnverteilung
« am: 16.03.2017, 10:18:11 »
Liebe alle,

mein Gründungspartner und ich zerbrechen uns momentan den Kopf über eine gerechte Gewinnverteilung, und ich wollte euch fragen, ob ihr vielleicht ähnliche Ausgangsgrundlagen hattet und ggf. einen Erfahrungsbericht geben könntet, welche Aufteilung für euch gut funktioniert hat.

Einer von uns arbeitet neben der GbR noch in Vollzeit im alten Job weiter, der andere Gesellschafter arbeitet in Vollzeit aussschließlich für die GbR, trägt somit das alleinige Risiko, und verzichtet allein für längere Zeit auf ein geregeltes Einkommen. Wenn die GbR gut läuft wird auch Gesellschafter Nummer 2 seinen anderen Job kündigen und Vollzeit in die GbR einsteigen. Für uns beide ist das in Ordnung, nur die Gewinnverteilung soll dementsprechend fair sein. Was die Arbeitszeit betrifft wird diese bis zu seinem Vollzeiteinstieg etwa 80% zu 20% verteilt sein, danach 50% zu 50%.

Hat einer von euch ähnlich gestartet? Welche Verteilung hat sich bei euch vor dem Vollzeit Eintritt des zweiten Gesellschafters und auch danach bewährt (um die Vorleistung des ersten Gesellschafters auch langfristiger zu berücksichtigen)?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Offline Sol

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Re: Erfahrungen ungleiche Gewinnverteilung
« Antwort #1 am: 17.03.2017, 01:10:15 »
Das ist aber echt eine sehr seltsame Situation. Im Prinzip trägt Gesellschafter 1 die volle Verantwortung, während der Geschäftspartner sich mit seiner Anstellung abgesichert hat. Auch wenn das für G1 in Ordnung ist, finde ich die Situation nicht sehr glücklich. Denn wenn die GbR gut läuft, setzt sich der Geschäftspartner ja ins gemachte Nest. Wenn die GbR scheitert, dann steht G1 vor einem Scherbenhaufen, der Geschäftspartner nicht.

Die Sache ist auch: Angenommen die GbR hat sich in 3-4 Jahren etabliert und es würde sich lohnen den Job aufzugeben, dann hat G1 schon einen sehr großen Wissensvorsprung, den der Geschäftspartner so schnell nicht wird einholen können. Selbst wenn er dann 50% einsteigt, ist er für die GbR nicht so leistungsfähig wie G1.

Ich selbst habe keine solche Erfahrung. Ich hatte vor 10 Jahren mal eine GbR aber haben gleichzeitig gegründet und die Gewinne fair nach Zeitaufwendungen aufgeteilt.
Ich glaube in deinem Fall wäre es gut und fair, wenn G1 auch bei einem Volleinstieg von G2 mehr bekommt. Zum Beispiel jetzt 80% der Gewinne für G1, wenn er voll einsteigt, die ersten x Jahre 60% für G1. Ich würde das auch laufzeitabhängig machen. Wenn er schon in 6 Monaten seinen Job für die GbR kündigt wäre das ja was vollkommen anderes als erst in 5 Jahren.
Aber ich würde da auch mal einen Anwalt bzw. Unternehmensberater fragen, was da sinnvoll und auch rechtssicher ist.
« Letzte Änderung: 17.03.2017, 01:14:37 von Sol »
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Offline IVM

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Re: Erfahrungen ungleiche Gewinnverteilung
« Antwort #2 am: 10.04.2017, 13:56:06 »
Hallo,

warum macht ihr die Verteilung nicht einfach nach Aufwand? Ihr haltet einfach beide die zeit fest, die Ihr jeweils für euere GbR investiert. dann wird der Gewinn entsprechend eingebrachtem Aufwand aufgeteilt.

good Luck :D

i-v-m-borna.24.eu
« Letzte Änderung: 13.04.2017, 14:00:39 von Peer Wandiger »

Offline AndrewLloydWWWebber

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Re: Erfahrungen ungleiche Gewinnverteilung
« Antwort #3 am: 04.06.2017, 03:50:28 »
Ich sehe da verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen:
- Wer hatte die Idee? Wer bringt mehr Fachwissen, Kontakte etc. mit ein?
- Wie hoch ist das Risiko tatsächlich für dich? Stündest du wirklich vor einem Scherbenhaufen, wenn's nicht klappt, oder findest du dann schnell wieder einen Job?
- Wieviel würdest du sonstwo verdienen?
- Wie lange läuft es maximal, wenn's nicht funktioniert? D.h. wieviel Zeit könntest du maximal verschwenden? Wann würde er spätestens einsteigen? Wieviel würdest du in der Zeit sonstwo verdienen?
- Wer bringt wieviel Geld mit ein? Könnte man es nicht so machen, dass dein Partner mehr Kapital mitbringt, von dem dein Gehalt gezahlt wird, wenn's anfangs nicht läuft? Bzw. dass er dich aus seinem laufenden Gehalt bezahlt? Dann würdet ihr letztlich beide zu 100% fürs Unternehmen arbeiten, denn auch sein Job hätte nur die Aufgabe, euren Start zu finanzieren.

Letztlich ist das alles Verhandlungssache. Und eine Einschätzung / Gewichtung des Aufwands und der Opfer, die jeder bringt. Spielt verschiedene Szenarien durch und überlegt euch, was jeder dabei gewinnt oder verliert. Damit kriegt ihr ein Gefühl für die Opfer/Risiken. Oder versuch deinen Einsatz in Geld zu schätzen. Was würde eine entsprechende Arbeitskraft kosten? Wobei das natürlich nicht der Maßstab ist, denn ein Unternehmen gründet man nicht, um so viel wie eine angestellte Kraft zu verdienen. Also ist auch die Arbeit mehr wert. Nur, um ein Gefühl dafür zu kriegen.

Und legt auch Regeln fest, was in welchem Fall passiert. Also wenn es anders läuft als geplant, wenn er z.B. früher einsteigt, was ändert sich dann an den Besitzverhältnissen bzw. der langfristigen Gewinnverteilung? Wie lange soll sich dein Mehraufwand in einem höheren Gewinnanteil niederschlagen? Nochmal so viele Jahre, wie der Mehraufwand bestand? Oder doppelt so viele? Oder 10 Jahre? Oder für immer? Ich würde da an deiner Stelle so kalkulieren, als würde es um Geld gehen, das du einsetzt (denn letztlich ist es ja Geld, auf das du verzichtest). Und ein Investor gibt in der Regel sein Kapital nicht für wenige Anteile her. Wer das Risiko hat, verdient auch mehr Rendite. (Klar, wer die Idee hat und die Umsetzung managt, auch.)

 


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