Autor Thema: Wie die Jungfrau zum Kinde ... oder Hilfe, es funktioniert  (Gelesen 3205 mal)

Offline mausi27

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Wie der Titel sagt: ans ich bin ich zu nebenberuflicher Selbstständigkeit gekommen wie die Jungfrau zum Kinde.

Ein Gewerbe habe ich bereits vor Jahren mal angemeldet, mit einer vagen Idee, die es aber irgendwie niemals ans Tageslicht geschafft hatte, da fehlt auch irgendwie die Motivation.

Angefangen hat eigentlich alles damit, das ich ein Pferd besitze.   Damit im Sommer nicht standing lästige Mückne, Fliegen und Bremsen um und in die Ohren Fliegen, gibt es meist gehäkelte Mützchen mit Stoffohren zum Überziehen.  Nur leider passen Kopf und Ohren meines Pferdes nicht in die handelsüblichen Modelle, die sind ihr zu klein.

Sowas in liebevoller handarbeit individuell anzufertigen ist nicht neu, da gab es vorletztes jahr schon massig Anbieter . . .  aber ich kann ja häkeln, also habe ich das selbst gemacht und mit dem Erfolg, das diverse andere Pferdebesitzer im Stall auch ein Mützchen nach Wunsch wollten.  Nachdem das aber nicht mehr nur Freunde waren, für die ich das als Freunschaftsdienst erledigt habe, sondern eben auch Menschen aus dem weiteren Umkreis, wollte ich dafür schon Geld nehmen . . .  also als ordentlicher Mensch habe ich mein Gewrbe in Betrieb genommen für ein kleines Hobby.

Da ich schon länger textile Produkte furs Pferd in einer Näherei anfertigen lasse nach meinen Wünschen, ergänzte sich dieser Kontakt natürlich bestens damit.

Im Januar 2014 hatte ich einen kleinen Online-Shop bei Jimdo für solche individuellen Anfertigungen - eben ein nettes kleines Hobby.

Dann kamen Anfargen zu anderen Produkten rund um Pferd und Reitsport - weitgehend ist das ja alles aus Leder.  Auch da gibt es Möglichkeiten, es individuell z. B.  mit Perlen und Strasssteinen zu gestalten und nicht 0815 aus dem laden zu kaufen.  Eine nette Idee, das Leder-Zubehör ist aber in Deutschland nicht bezahlbar aufzutreiben, weil das von einer Sattlerei angefertigt werden müsste in kleinen Stückzahlen.

Für ganz exklusive Dinge ja - aber so für den Otto-Normalverbraucher weit jenseits des Betrages, den der auszugeben bereit ist.  Fündig wurde ich dann im Ausland und das Abenteuer began.

Zuerst must eich mich mit der Einfuhr von Waren aus dem Ausland beschäftigen, was brauche ich, wie geht das usw. 
Mehrere Anbieter wurden kontaktiert und natürlich mussten erst mal Muster her . . .  ein meist ernüchterndes Erlebnis.  Aber ein Anbieter lieferte wirklich gute Produkte.  Zum Gluck habe ich eine Freundin, die sehr lange im Vertireb für hochwertige Lederprodukte gearbeitet hat. 

Also konnte ich im Frühjahr 2014 auch diese Wünsche im kleinen Umfang befriedigen. 

Und dann verselbstständite sich das irgendwie.  Die ersten Anfragen kamen, ob ich den nicht die entsprechenden Leder-Rohlinge auch als Rohling abgeben würde.  Ich hatte natürlich Mindestabnahmemengen - wenn auch überschaubare - aber klar, warum nicht, bevor es rumliegt.  Und woher ich meine Strasssteine habe bzw ob ich die nicht auch so abgeben würde - eben zum Do it Yourself?

Der Online-Shop wurde also erweitert und ich erweiterte das Sortiment in Richtung Einzelsteile um selbst tätig zu warden.   Auch da lieferte Jimdo gute Optionen zu einem ordentlichen Preis im Baukastensystem.

Da ich direct zu Beginn bereits beschlossen hatte, das für ein bisschen Hobby eine teuer zu kaufende Software für Warenwirtschaft nicht in Frage kommt, die freien Produkte abe rirgendwie alle nicht so meine Erwartungen erfüllten, hatte ich mir selbst eine Datenbank mit entsprechendem Frontend geschrieben, die zum Gluck auch einfach zu erweitern war.

Denn irgendwie lief der Shop dann Dank Internet ziemlich selbstständig und sorgte für Kundenzulauf.  Dazu etwas Facebook und wir hatten ziemlich plötzlich regelmäßige Bestellungen aus dem Shop vor allem für das DIY-Zubehör.  Hier kamen nun die ersten Personen ins Spiel, die als Nebenjob mit schönen Auftragsarbeiten etwas dazu verdienen wollten. 

Also natürlich haben wir auch zu günstigeren Konditionen in größeren Mengen an Wiederverkäufer abgegeben . . .  und entsprechend nach und nach das Sortiment an Variationen, Farben, Produkten erweitert.

Wir haben zum Gluck ein großes Haus mit einem großen Keller, in dem ich 2 Räume als Lager nutzen kann.  Nachdem alles zuerst in einen eh vorhandenen Schrank paste, musste natürlich nach und nach erweitert werden.

Handliche Produkte sind ein Traum - es gibt praktische Karton-Lagerboxen zum falten, die man auch gut stapeln kann, mit Entnahme vorne -> ideal.

Auch logistische Probleme wie das vorportionieren von Strasssteinen kamen auf: bei Bedarf zusammenzählen wa rnicht mehr drin, es hieß vorportinieren, sortiert lagern und dann nur noch die richtigen Farben/Packungsgrößen greifen.

Ende 2014 waren wir bei einer ganz lustigen Abendbeschäftigung mit einem regelmäßigen Umsatz mit weiter steigender Tendenz und der Überzeugung: das scheint zu funktionieren, wir vrsuchen das zu erweitern.

Im Januar 2015 scheinen wir allerdings so einen gewissen "Infektionsgrad" im Internet erreicht zu haben - gut, alternative Anbieter nach wie vor Fehlanzeige.  Die Bestellungen stiegen im Januar sprunghaft an - schon vorher hatte ich Mühe, immer zeitnah genug Nachschub zu bekommen, auf einmal musste ich die Bestellmengen vervielfachen, dazu kamen massig Anfragen für weitere Produkte.

Im Frühjahr war dann auch erschreckender Weise klar: mit dem Shopsystem von Jimdo sind wir hier am Ende: zu viele Produkte, noch mehr Produktvariationen - das Baukastensystem da gibt einfach nicht die Möglichkeiten her, das noch sinnvoll zu pflegen, wir müssen schnell umziehen auf ein besser skalierbares System, je länger wir warten, um so aufwändiger wird das.

Dankenswerter Weise war mein eigenes Warenwirtschaftssystem wirklich so gestrickt, das das auf dieser Seite (auch sehr zur Freude des Steuerberaters) kein Problem war.  Ein gewisser Perfektionismus kann sich doch auch auszahlen - auch wenn das am Anfang mit Kanonen auf Spatzen geschossen war.

Der Umzug des Shops ging erstaunlich reibungslos, dank eines gerade guten Angebots konnte ich parallel aufbauen und sehr nahtlos schwenken.  Das neue System war zudem schneller und viel übersichtlicher, somit sorgte das auch bei den Stammkunden für viel Freude.

Der neue Shopbetreiber bietet dazu noch bessere SEO Funktionen, die Trefferquote bei Googlesuchen war sofort enorm - ein weiterer signifikanter Anstieg an Neukunden, aber auch die Wiederverkäufer hatten nicht nur Spaß sondern offenbar auch Erfolg mit ihren Angeboten.

Jetzt neigt sich Jahr 2 dem Ende entgegen - eigentlich wäre es an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, das dem kleinen Nebenjob mehr werden sollte.  Zugegeben bin ich da vielleicht übervorsichtig - an den Umsätzen scheitert es nicht.  Eher an meinem Glauben, das das wirklich konstant so weiter gehen wird.

Andererseits ist die Tendenz nach wie vor positiv.  Ich denke im wohlverdienten Jahresurlaub warden hier in Ruhe strategische Überlegungen folgen können.  Und dann mal sehen, wie das Geschäft 3 Wochen Abwesenheit verkraftet.  Letztes Jahr wurde eben mit scharrenden Füßen gewartet, wir waren eben weg. 

Dieses Jahr haben wir den Urlaub extra so gelegt, das vor Weihnachten genug Zeit ist, zu bestellen. 

Das Abenteuer geht weiter . . . 

 

Offline Sol

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Re: Wie die Jungfrau zum Kinde ... oder Hilfe, es funktioniert
« Antwort #1 am: 25.11.2015, 15:16:22 »
Klingt wirklich spannend und nach einer tollen Erfolgsgeschichte. Weiter so!

 


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